Radschnellrouten: Kanton Zürich baut „Veloautobahn“

Radbahn Berlin

Idee eines Radschnellweges in Berlin unter der U-Bahnlinie 1             Foto: Volksentscheid Fahrrad

Da sage noch einer die Schweizer seien langsam: Der Kanton Zürich hat jetzt beschlossen, attraktive und schnelle Radwege zu bauen, damit das Fahrrad im Alltag häufiger benutzt wird. Das berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ). Damit vollziehe der Regierungsrat einen Paradigma-Wechsel bei den Fahrradwegen, so die Zeitung. Galten Velorouten bislang vor allem für den Freizeitverkehr, so sollen sie künftig auch für Pendler sein, „die das Velo auf dem Weg zur Arbeit, zu Ausbildungsstätten und zum Einkaufen für Distanzen bis zu 15 Kilometer benutzen“, so die NZZ.

Radschnellrouten: Kanton Zürich baut „Veloautobahn“

Bereits 2010 beschloss der Kanton Zürich ein „Veloförderprogramm“. Dieses wird nun erweitert. Man sieht den Fahrradverkehr als „wichtiges Verkehrsmittel neben dem motorisierten Individualverkehr“.  Neu in diesem Konzept sind „Veloschnellrouten“. Sie sollen eine möglichst unterbrechungsfreie Fahrt bieten, sicher sein und anspruchsvoll gestaltet werden. Zwei Fahrräder sollen nebeneinander fahren können. Das Schweizerischer Bundesamt für Straßen bezeichnet diese Trassen als „Veloauotbahn“. Angelegt werden sollen die Routen, „wenn die Machbarkeit und ein ausreichendes Kosten-Nutzen-Verhältnis“ nachgewiesen ist, so die NZZ. Ein Pilotprojekt entstehe derzeit zwischen Altstetten (Heimat des bekannten Leichtathletik-Stadions Letzigrund) und Dietikon.

Drei unterschiedliche Typen von Fahrradwegen

Künftig wird es drei unterschiedliche Typen von Fahrradwegen im Kanton Zürich geben:

  • Nebenverbindungen entlang der Kantonsstraßen. Innerorts sind Radwege beiderseits der Straßen die Regel, außerorts kombinierte Rad- und Fußwege
  • Hauptverbindungen, vorzugsweise unabhängig von Hauptverkehrsachsen. Hier sollen zwei Räder nebeneinander fahren können
  • die neuen Radschnellverbindungen, die ebenfalls Platz für zwei Räder nebeneinander haben sollen. Sie sollen möglichst durchgängig und auf eigenen Trassen verlaufen. Sie können als Pilotprojekte entstehen

Die genauen Details zum Beschluss des Kantonsrats findet man hier.

Der Kanton Zürich setzt damit quasi schon um, was in Berlin erst in den Anfängen der Diskussion steckt – Radschnellrouten quer durch die Stadt, wie sie die Initiative „Volksentscheid Fahrrad vorschlägt.

 

Fahrradweg blockiert

Überraschung am Morgen - Radweg blockiert

Überraschung am Morgen – Radweg blockiert                                                       Foto: Link

Ärger auf dem Weg ins Büro: Passgenau hat dieser Lieferwagen am frühen Morgen sowohl den Radweg am Ende der Langenscheidtbrücke als auch die Czeminskystraße zugeparkt. Da fragt man sich doch, wozu Radwege überhaupt gut sind. Leider ist das ja nicht das einzige Beispiel für zugeparkte Radwege. Sie sind ja eher Dauerscheinung. So ist zum Beispiel die schöne neue Fahrbahn auf der Anhalter Straße mit ihrem Fahrradstreifen in Wirklichkeit ein Abstellstreifen für Busse und den Lieferverkehr. Das Ordnungsamt oder die Fahrradpolizei habe ich da leider noch nie gesehen. Einer Schuld bewusst war sich der Fahrer an der Langenscheidtbrücke natürlich nicht.