Fahrradtour: Werkzeug und Ersatzteile

Paar auf Fahrradtour

Fahrradtouren sollen Spaß machen – darum sollte man Flickzeug dabei haben                  p-df

Wer eine Fahrradtour unternimmt, will ja eigentlich vor allem fahren. Doch es kommt vor, dass das plötzlich nicht mehr geht – vor Pannen ist man nie sicher. Meist treten sie ja dann auf, wenn man sie gar nicht brauchen kann, man also mit viel Gepäck beladen, hungrig/durstig, müde und weit weg von einer Werkstatt ist. Ich habe mir angewöhnt, auf Touren, auch kürzere Touren, etwa folgende kleine Helferlein mitzunehmen.

Fahrradtour: Werkzeug und Ersatzteile

Flickzeug darf in keinem Fall fehlen, auch wenn dank pannensicherer Reifen die Plattfüße relativ selten geworden sind. Schmale Rennradreifen sind davon häufiger betroffen als breitere Tourenreifen. Es gibt aber auf den Fitnessbikes, die viele gerne fahren, doch relativ schmale Reifen mit 28 oder 32 Millimetern Breite, die zudem kaum Profil haben – und da setzt sich schon mal gerne eine Steinchen fest und reibt sich durch die Decke. Auch Scherben sind den dünneren Reifen gefährlich. Also: Flickzeug ist ein Essential.

Fahrrad-Flickzeug

 

 

 

 

 

Luftpumpe

Wo Flickzeug ist, darf eine Luftpumpe nicht weit sein. Für die Fahrradtour muss das nicht die große Standpumpe mit Druckmessgerät sein – hier tut es eine kleine, handliche Pumpe auch. Topeak hat viele Modelle im Angebot, andere Hersteller auch. Man sollte nur drauf achten, dass man einen Mindestdruck von fünf, besser sechs Bar damit erzeugen kann. Weniger Druck kann gerade bei beladenen Rädern dazu führen, dass man an der nächsten Borsteinkante schon wieder einen Platten hat. Und die Pumpe muss natürlich auf die Ventile am Rad passen. Die meisten Pumpen passen mehrere Ventilarten – vorher ausprobieren ist aber zu empfehlen.

Mini-Luftpumpe

Eine Mini-Luftpumpe sollte auf verschiedene Ventilarten passen p-df

 

 

 

 

 

Werkzeug

An Werkzeug haben sich die Mini-Tools in den vergangenen Jahren etabliert. Die meisten Modelle haben Imbus-Schlüssel in den üblichen Größen von zwei bis acht Millimetern, manche mit Aufsatz auch mit zehn oder 12 Millimetern dabei.Damit kann man auch lose gewordene Sattel-Klemmschrauben älterer Bauart festziehen. Dann variieren die Angebote in Details. Manche Mini-Tools haben klassische Schraubenzieher, andere Kreuzschlitz-Schraubenzieher, in jüngster Zeit kommen auch Torx-Schraubendreher hinzu. Am besten ist es, man checkt vorher die Schrauben an seinem Fahrrad und wählt sich entsprechend ein Werkzeug aus. Es gibt auch etwas größere Modelle mit Ketten-Nieter – für den (seltenen) fall der Fälle, dass die Kette reißt und man ein Kettenschloss einsetzen muss. Wer länger unterwegs ist, packt vielleicht noch eine Zange ein – man kann ja nie wissen…

Mini-Tool fürs Fahrrad

Praktisch sind Mini-Tools             p-df

 

 

 

 

 

 

 

Ersatzteile

Ich nehme gerne einen Schlauch mit, um einen Plattfuße erst gar nicht flicken zu müssen. Das Loch zu finden dauert ja manchmal länger als die Reparatur. Pessimisten kann man noch Brems- oder Schaltzüge empfehlen, mancher nimmt auch Ersatzspeichen mit (dazu zähle auch ich, auf einer Familientour nach Usedom), und ein Ketteschloss kann nie schaden. Falls die Kette wirklich mal reißen sollte, kann man es ziemlich einfach an Stelle des gerissenen Kettengliedes einsetzen.

Ein Kettenverschlussglied

Kettenverschlussglied

 

 

 

 

 

 

 

 

Was man nicht braucht

Ich hatte einmal auf einer Motorradtour ein Ersatzgetriebe dabei. Das war denn doch zuviel der Vorsorge – das Teil brauchte ich nicht. Stattdessen war dickes Klebeband dann unersätzlich, als der Rahmen brach und geschient werden musste. Klebeband würde ich auch jedem Radler empfehlen. Was man aber nicht braucht, sind Ersatzreifen – es sei denn, es geht ins Karakorum. Wer nur durch Brandenburg radelt, braucht die aber nicht. Bremsklötze sollte man gegebenenfalls vor der Tour erneuern, Schrauben kann man ebenfalls nachziehen.

Radfahren in Berlin: Senat startet PR-Kampagne

Der Senat macht offenbar ernst: Am vergangenen Freitag vergab er seinen PR-Auftrag, mit dem er das Radfahren in Berlin populär machen will. Er ging an die Agentur „Velokonzept“ von Ulrike Saade, die unter anderem die Messe „VeloBerlin“ organisiert. Kritiker sehen darin den Versuch, dem erfolgreich gestarteten „Volksentscheid Fahrrad“ für eine bessere Fahrrad-Infrakstruktur Konkurrenz zu machen. Der unausgesprochene Vorwurf lautet etwa: Anstatt bessere Radwege zu bauen, verkauft der Senat sein Nichtstun nun professioneller.

Das Ziel: „Einheitliche Kommunikationsleitlinie“

Das weist Ulrike Saade allerdings weit von sich. „So etwas würden wir nie machen. Schon alleine deswegen nicht, weil wir dann um unseren guten Ruf bangen müssten“. Sie sieht ihre Aufgabe darin, das Thema Fahrrad in der Öffentlichkeit breiter zu verankern. „Es gibt einen Umsetzungsstau in der Verwaltung, die Politik muss mehr machen, auch mehr Geld ausgeben“, sagt sie. Konkret sieht die Aufgabe vor „den Radverkehr sowie das Radfahren in Berlin im Allgemeinen zu stärken und die damit verbundenen positiven Effekte im Bewusstsein der Berliner Bürgerinnen und Bürger weiter zu etablieren“. Die Agentur soll eine „Kommunikationsleitlinie“ entwickeln, mit der eine „stärkere Sichtbarkeit des Themas ‚Radfahren in Berlin‘ erreicht werden soll und eine neue „Radverkehrskultur“ geschaffen werden soll. „Fahrradmobilität soll positiv wahrgenommen werden“, so der Wunsch des Senats. Die Strategie sei nicht als Konkurrenz zur Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ gedacht, sagt der Senat.

Ulrike Saade: Fahrradafine PR-Frau

Ulrike Saade ist seit vielen Jahren in der Fahrradbranche verwurzelt. Sie war Mitbegründerin eines Fahrradfachgeschäfts, war Gründungsmitglied und Geschäftsführerin des Fachhandelsverbandes VSF, sie gilt bundesweit und in Berlin in der Fahrradszene als bestens vernetzt – so ist sie Mitglied in dem regelmäßig tagenden „FahrRat“. Den Auftrag gewann ihre Agentur mit der Münchner Agentur „Green City Projekt“. Ulrike Saade sieht ihre Aufgabe vor allem darin „Ansätze zusammenzustellen“. Das kann ja nicht schaden. Auch wenn der Zeitpunkt verblüffend ist. Aber warum sollte die Verwaltung nicht auch zu der Erkenntnis kommen, die Radfahrer schon lange haben: Berlin braucht bessere Radwege.

Havelchaussee morgens um fünf Uhr: Fast wie Italien

Morgenstimmung an der Havel Foto: Link

Morgenstimmung an der Havelchaussee                                                   Foto: Link

Frühaufstehern möchte an diesen herrlichen Sommertagen eine Fahrt entlang der Havel empfehlen. Ich war am vergangenen Sonnabend um fünf Uhr morgen dort unterwegs – die Vögel pfiffen um vier Uhr schon von den Bäumen, so dass ich aufwachte – und kann sagen: So schön entspannt wie an diesem Morgen habe ich Berlin selten erlebt. Nur vereinzelt waren Berliner unterwegs, die Nachtschwärmer schwärmten offenbar noch, hin und wieder sah man einen Radfahrer. Still lag die Stadt da, die Sonne warf ihr frühes grelles Licht auf die Havel, ein Fuchs sprang über die Straße, ein anderer schaute aufmerksam dem Radler zu, der da seinen Weg kreuzte. Das Licht war so hell und die Luft so lau als befände man sich irgendwo am Mittelmeer. Es fehlte eigentlich nur noch der Duft von Pinien. Den können märkische Kiefern nicht ganz ersetzen, aber mit etwa Phantasie kann man sich im mediterranen Raum unterwegs wähnen. Also, liebe Leute: Früh aufstehen, so schnell kommt ihr nicht mehr ans Mittelmeer wie bei einer Fahrt auf der Havelchaussee in aller Herrgottsfrühe.

Das Restaurantschiff "Alte Liebe"

Das Restaurantschiff  „Alte Liebe“ auf der Havel

Volksentscheid Fahrrad ruft Fahrrad-Sommer aus

Um den Druck auf die Politik für bessere Radwege in Berlin in der Sommerpause aufrecht zu erhalten, hat die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ einen Berliner „Fahrradsommer“ ausgerufen. Am 17. September sind in Berlin Abgeordnetenhaus-Wahlen – und da sollen sich die Kandidaten doch an die Radfahrer dieser Stadt erinnern. Die Initiative denkt an Aktionen wie Besuche bei den Kandidaten der Parteien, die man nach ihrer Haltung zum geplanten Volksentscheid fragen könnte; man kann Flash-Mobs organisieren, Kinder-Fahrrad-Demos auf die Beine stellen oder Sit-Ins an gefährlichen Kreuzungen.

Unterstützung der Fahrradbranche

Die Initiative verkündet unterdessen, dass über 100 Unternehmen aus der Fahrrad-Branche den Volksentscheid unterstützen. Das scheint auf den ersten Blick nicht weiter verwunderlich, denn die Branche lebt ja vom Fahrrad. Mit politischen Aussagen hält man sich aber gerne zurück – umso erfreulicher ist dieses Engagement. Die Fahrradhersteller fordern darüberhinaus aber auch die deutsche Politik auf, den Ausbau der Radinfrastruktur zu fördern.

Starttermin Donnerstag, 14. Juli, in der TU

Als Auftakt zum „Fahrrad-Sommer“ findet am Donnerstag, 14. Juli 2016, um 19 Uhr eine Werkstatt in der Technischen Universität statt. Sie ist ein offenes Treffen für alle Interessierten. An diesem Tag werden Aktions-Themen und Gruppen vorgestellt. Die Initiatoren werben um kräftige Unterstützung. Der genaue Ort:

  • Erweiterungsbau, Raum 222, Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin, am 14. Juli um 19 Uhr
  • Weitere Termine der Werkstatt
  • Donnerstag, 28. Juli 2016, 19 Uhr
  • 11. August, 19 Uhr – jeweils der gleiche Ort

 

Pannenhilfe: ADAC fährt E-Bike

ADAC-Pannenhelfer

Ein ADAC-Pannenhelfer mit E-Bike im Einsatz                                                              Foto: Link

Wie vorteilhaft Fahrräder im dichten Verkehr von Großstädten sind, hat sich inzwischen auch beim ADAC herumgesprochen.  Im Rahmen eines Pilotprojektes sind in Berlin zwei Pannenhelfer mit dem E-Bike unterwegs. Sie haben einen kleinen Fahrradanhänger dabei, der mit maximal 70 Kilogramm Werkzeug beladen werden kann. Darin befindet sich auch eine Starthilfe-Batterie. Einen Ersatz-Akku für sein E-Bike soll der ADAC-Pannenhelfer auch dabei haben, das Fahrrad ist mit einem Tablet ausgestattet. Wenn die Bordmittel nicht ausreichen, ruft der ADAC-Mann seine Kollegen vom Pkw-Pannendienst an. Der Versuch soll bis Ende Oktober dauern, dann wird er ausgewertet. Flexibel ist der ADAC-Biker jedenfalls, auch wenn er wegen fehlender Klimatisierung auf seinem Fahrrad an heißen Sommertagen doch etwas ins Schwitzen kommt. Für Radfahrer ist der Service eigentlich nicht gedacht – „aber wenn ein Fahrradhelfer an einem Radler vorbeikommt, der eine Panne hat, dann wird er bestimmt seine Hilfe anbieten“, sagt ADAC-Sprecherin Sandra Haas.

 

Radschnellrouten: Kanton Zürich baut „Veloautobahn“

Radbahn Berlin

Idee eines Radschnellweges in Berlin unter der U-Bahnlinie 1             Foto: Volksentscheid Fahrrad

Da sage noch einer die Schweizer seien langsam: Der Kanton Zürich hat jetzt beschlossen, attraktive und schnelle Radwege zu bauen, damit das Fahrrad im Alltag häufiger benutzt wird. Das berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ). Damit vollziehe der Regierungsrat einen Paradigma-Wechsel bei den Fahrradwegen, so die Zeitung. Galten Velorouten bislang vor allem für den Freizeitverkehr, so sollen sie künftig auch für Pendler sein, „die das Velo auf dem Weg zur Arbeit, zu Ausbildungsstätten und zum Einkaufen für Distanzen bis zu 15 Kilometer benutzen“, so die NZZ.

Radschnellrouten: Kanton Zürich baut „Veloautobahn“

Bereits 2010 beschloss der Kanton Zürich ein „Veloförderprogramm“. Dieses wird nun erweitert. Man sieht den Fahrradverkehr als „wichtiges Verkehrsmittel neben dem motorisierten Individualverkehr“.  Neu in diesem Konzept sind „Veloschnellrouten“. Sie sollen eine möglichst unterbrechungsfreie Fahrt bieten, sicher sein und anspruchsvoll gestaltet werden. Zwei Fahrräder sollen nebeneinander fahren können. Das Schweizerischer Bundesamt für Straßen bezeichnet diese Trassen als „Veloauotbahn“. Angelegt werden sollen die Routen, „wenn die Machbarkeit und ein ausreichendes Kosten-Nutzen-Verhältnis“ nachgewiesen ist, so die NZZ. Ein Pilotprojekt entstehe derzeit zwischen Altstetten (Heimat des bekannten Leichtathletik-Stadions Letzigrund) und Dietikon.

Drei unterschiedliche Typen von Fahrradwegen

Künftig wird es drei unterschiedliche Typen von Fahrradwegen im Kanton Zürich geben:

  • Nebenverbindungen entlang der Kantonsstraßen. Innerorts sind Radwege beiderseits der Straßen die Regel, außerorts kombinierte Rad- und Fußwege
  • Hauptverbindungen, vorzugsweise unabhängig von Hauptverkehrsachsen. Hier sollen zwei Räder nebeneinander fahren können
  • die neuen Radschnellverbindungen, die ebenfalls Platz für zwei Räder nebeneinander haben sollen. Sie sollen möglichst durchgängig und auf eigenen Trassen verlaufen. Sie können als Pilotprojekte entstehen

Die genauen Details zum Beschluss des Kantonsrats findet man hier.

Der Kanton Zürich setzt damit quasi schon um, was in Berlin erst in den Anfängen der Diskussion steckt – Radschnellrouten quer durch die Stadt, wie sie die Initiative „Volksentscheid Fahrrad vorschlägt.

 

Fahrradweg blockiert

Überraschung am Morgen - Radweg blockiert

Überraschung am Morgen – Radweg blockiert                                                       Foto: Link

Ärger auf dem Weg ins Büro: Passgenau hat dieser Lieferwagen am frühen Morgen sowohl den Radweg am Ende der Langenscheidtbrücke als auch die Czeminskystraße zugeparkt. Da fragt man sich doch, wozu Radwege überhaupt gut sind. Leider ist das ja nicht das einzige Beispiel für zugeparkte Radwege. Sie sind ja eher Dauerscheinung. So ist zum Beispiel die schöne neue Fahrbahn auf der Anhalter Straße mit ihrem Fahrradstreifen in Wirklichkeit ein Abstellstreifen für Busse und den Lieferverkehr. Das Ordnungsamt oder die Fahrradpolizei habe ich da leider noch nie gesehen. Einer Schuld bewusst war sich der Fahrer an der Langenscheidtbrücke natürlich nicht.

Radwege in Berlin: Vom Südwesten in die Mitte

Radfahrer im Park am Gleisdreieck

Im Park am Gleisdreieck                                                                                           Foto: Link

Die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ hat das Problem wieder ans Licht der Öffentlichkeit gebracht: Es gibt viel zu wenige Radschnellrouten quer durch die Stadt. Eigentlich gibt es gar keine, nur Flickwerk. Kein Wunder, dass Radschnellwege auf dem 10-Punkte-Programm der Initiative stehen. Bis es wo weit ist, sucht sich jeder seinen Weg selbst. Dabei würden sich gerade Pendler über Radschnellwege quer durch Berlin freuen. Ich fahren seit Jahren vom Südwesten in die Stadt und habe dabei erlebt, dass die Zahl der Radler massiv zugenommen hat. Bedarf für Fahrradrouten ist also reichlich vorhanden. Die Strecke, die ich von Zehlendorf nach Mitte nehme, will ich hier einmal vorstellen. Die Tour kann man natürlich in der entgegengesetzten Richtung machen, was viele Studenten auf dem Weg zur FU täglich tun.

Radwege in Berlin: Vom Südwesten in die Mitte

Ich starte in Zehlendorf-Mitte, fahre einer Stück auf der Clayallee lang, biege in die Schützallee ein, dann gleich in die Sundgauer Straße und über Lützelsteiner Weg und die Garystraße gelange ich zum U-Bahnhof Thielplatz. Alles sind kleinere Nebenstraßen. Dann geht es entlang der U-Bahnlinie bis Dahlem-Dorf, wo dann das schönste Stück folgt: der Franz-Grothe-Weg auf der Rückseite der Domäne Dahlem. Zwischen den Kühen auf der Freifläche der Domäne Dahlem und der U-Bahnlinie gleitet man auf gutem Asphalt unter Bäumen dahin, es ist fast so, als wäre man auf einer Radtour im Alpenvorland. Über die Schorlemerallee geht es zum Breitenbachplatz und dann via Südwestkorso zum Bundesplatz.

Franz-Grothe-Weg in Dahlem

Idyllisch: der Franz-Grothe-Weg hinter der Domäne Dahlem

 

 

 

 

 

 

 

Fahrradstreifen auf dem Südwestkorso

Auf dem Südwestkorso könnten Berlins Stadtplaner übrigens Maß nehmen, falls sie gute Radwege anlegen möchten. Die Piste ist glatt und genügend breit, so dass man auch sich öffnenden Autotüren ausweichen oder überholen kann, ohne Gefahr zu laufen, auf die Straße abgedrängt zu werden. Ich erinnere mich noch gut, wie hoch die Wogen schlugen, als der damalige Baustadtrat Uwe Szelag (Grüne) den Fahrradstreifen anlegen ließ – die Autofahrerfraktion in der Berliner Presse lief Sturm. Heute funktionieren Rad und Auto hier bestens – ganz im Gegensatz übrigens zur Schorlemmerallee. Hier hat die CDU Zehlendorf beim Neubau durchgedrückt, dass es keinen Fahrradstreifen gibt. Vor sich plötzlich öffnenden Autotüren ist hier niemand sicher. Über ein Opfer dieser Ignoranz steht hier ein Beitrag.

Volkspark Wilmersdorf und Park am Gleisdreieck

Wenn man auf die Bundesallee stößt, fährt man gegenüber in die Varziner Straße rein. Auf der Prinzregentenstraße geht es unter der S-Bahnlinie hindurch zum Volkspark Wilmersdorf. An der Fußgänger-Aufplasterung auf der Prinzregentenstraße biegt man rechts ab und fährt unter Bäumen Richtung Rathaus Schöneberg weiter. Von dort führt die Route in die Belziger Straße. Man überquert die Hauptstraße und fährt zur Langenscheidtbrücke. Über die Monumentenbrücke, die zurzeit repariert wird, kommt man zum Park am Gleisdreieck. Der Park ist eine beliebte Transitstrecke zwischen Schöneberg und Kreuzberg geworden, hier radelt man ungestört von Autos dahin. Ich nehme im Park meist die Route, die auf der Rückseite des Technikmuseums zum Tempodrom am Anhalter Bahnhof führt. Man muss sich dazu etwas rechts halten und die Parkstrecke parall zur Bahnstrecke verlassen. Vom Anhalter Bahnhof gibt es nun viele Wege in die Mitte Berlins, je nachdem, wohin man will. Wenn man die Strecke in umgekehrter Richtung fahren will, ist der Einstieg rechts vom Tempodrom ein guter Start.

Penderlstrecke vom Südweste in die Mitte Berlins

Pendlerstrecke vom Südwesten in die Mitte Berlins                                         Google Maps

 

 

 

 

 

 

 

Länge: ca. 15 Kilometer

Monumentenbrücke gesperrt

Monumentenbrücke Berlin

Die Monumentenbrücke ist bis Ende August gesperrt

Die viel benutzte Monumentenbrücke bekommt eine neue Fahrbahn. Deshalb ist die Verbindung zwischen Schöneberg und Kreuzberg bis Ende August gesperrt. Autofahrer werden das mehr bedauern als Radfahrer und Fußgänger – für sie steht immerhin ein Bürgersteig zur Verfügung. Den müssen sich Radler und Fußgänger allerdings teilen, was zu Rush-Hour-Zeiten schon einmal zu Engpässen führen kann. Die Fahrbahn der Brücke müsse dringend saniert werden, sagt die Senats-Bauverwaltung. Außerdem wird die Brücke eine Markierung für eine Fahrradspur erhalten.

Einfahrt in den Park am Gleisdreieck

Die Brücke ist für viele Radfahrer eine beliebte Zufahrt in den Park am Gleisdreieck. Der Park selbst hat sich seit seiner Eröffnung im Mai 2013 zu einer viel benutzten Pendlerstrecke für Radfahrer zwischen Steglitz und Kreuzberg entwickelt. Er ist auch Teil des Radfernweges Berlin – Leipzig. Die Einfahrt in den Park liegt am Ende der Brücke auf Kreuzberger Seite.

Volksentscheid Fahrrad hat Quorum geschafft

Radfahrer mit freudig erhobenen Händen

Freude bei den Aktivisten: Sie haben in gut drei Wochen ca. 107.000 Unterschriften gesammelt

Der Volksentscheid Fahrrad hat das Quorum für eine Bürgerentscheidung über den Radverkehr in Berlin geschafft. Nach dem Start der Unterschriftensammlung am 18. Mai sind nun bereits über 107 000 Unterschriften für einen Volksentscheid zusammengekommen – nötig gewesen wären 20 000 innerhalb von sechs Monaten. „Die Stimmung auf den Straßen ist klar: Berlin dreht sich. Die Menschen wollen einfach nur sicher und entspannt Rad fahren. Jetzt sind der Senat und die Parteien dran, diesem Auftrag der Berliner Bürger schnellstmöglich nachzukommen“, wird Peter Feldkamp, Mit-Initiator Volksentscheid Fahrrad, auf der Website der Initiative zitiert.

Bessere Radwege für Berlin

Die Unterschriftensammlung ist ein erster Schritt der Initiative für bessere Radwege in Berlin. Die nächste Stufe ist eine Volksbefragung, zu der 180 000 Unterschriften nötig sind. Die Initiative will Druck auf den Senat ausüben, mehr für die Infrastruktur für Radfahrer in Berlin zu tun. Als dringendste Maßnahmen fordert die Initiative die Umsetzung folgender Vorhaben:

  • 350 km Fahrradstraßen bis 2025
  • Zwei Meter breite Radwege an jeder Hauptstraße, getrennt von Busspuren
  • 75 gefährliche Kreuzungen pro Jahr sicher machen
  • Transparente, schnelle und effektive Mängelbeseitigung
  • 200 000 Abstellmöglichkeiten an ÖPNV-Haltestellen und Straßen
  • Grüne Welle für Radler auf 50 Hauptstraßen bis 2020
  • 100 Radschnellwege für den Pendelverkehr bis 2025
  • Fahrradstaffel und Sondereinheit Fahrraddiebstahl bei Polizei und Ordnungsämtern
  • Mehr Personal in den Bezirken
  • Sensibilisierung für den Fahrradverkehr mit öffentlichen Kampagnen

Was kosten die Radwege?

Die Initiative hat die Kosten für diese Vorschläge mit rund 320 Millionen Euro berechnet. Der Senat hatte dagegen mit 2,1 Milliarden Euro kalkuliert. Die Initiative erklärt die Abweichungen damit, dass der Senat doppelt so viele Radwege mit einer gehobenen Ausstattung vorsehe. „Natürlich nehmen wir auch die Fünf-Sterne-Fahrradstadt aus der amtlichen Kostenschätzung. Das Berliner Radverkehrsgesetz lässt sich mit den angemessenen und pragmatischen Vorschlägen unserer Bürgerbewegung aber schon mit 320 Mio. Euro umsetzen“, heißt es dazu in einer Stellungnahme auf der Website der Initiative. Ziel sei es, Druck für die rasche Umsetzung einer pragmatischen Verbesserung der Radwege-Infrastruktur auszuüben.

Abschlussfeier im Nirgendwo

Zur Feier des Unterschriften-Erfolgs lädt die Initiative am 19. Juni 2016 ab 17 Uhr in das „Nirgendwo“ an der Helsingforser Straße 11-13, 10243 Berlin, ein. Nomen soll nicht omen sein, so steht zu vermuten. Denn für die Initiative soll nicht die Verbesserung der Rad-Infrastruktur im „Nirgendwo“ versacken, sondern die zögerliche Haltung der Stadt Berlin bei der Umsetzung der Maßnahmen.