Die Kantstraße – für Radfahrer eine Katastrophe

Radfahrer sind auf der Kantstraße nicht vorgesehen

Radfahrer sind auf der Kantstraße nicht vorgesehen

In dieser Woche musste ich einmal die Kantstraße befahren. Ein Erlebnis, das man eigentlich seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Dazu muss ich sagen, ich bin durchaus Kummer auf der Straße gewohnt. Dass man als Radfahrer in Berlin mindestens einmal am Tag beleidigt wird, gehört ja gewissermaßen zu den stillen Auszeichnungen, die sich jeder erwirbt, der in der Hauptstadt Rad fährt. Ich bin auch nicht zimperlich, was den Verkehr und die schlechten Fahrbahnen anbelangt. Aber die Kantstraße hat mich das Fürchten gelehrt.

Rücksichtslose Hetze und kein Fahrradstreifen

Die Straße hat zwei relativ schmale Fahrspuren, wovon eine fast immer von irgendeinem Lieferwagen blockiert wird, und keinen Fahrradstreifen. Es bleibt einem nichts übrig, als die Straße zu benutzen. Dort sitzen einem aber die Autos im Nacken. Am besten ist es, man fährt mitten auf der Straße und zieht sich den Zorn der hupenden Autofahrer zu. Und überall da, wo ein Lieferwagen die rechte Spur blockiert, ist es schon ein Kunststück, auf die linke Fahrspur einzuschwenken, um daran vorbei zu kommen.

Die Kantstraße – eine Katastrophe für Radfahrer

Man kämpft gegen die Autos, schlängelt sich am Lieferverkehr vorbei, wird äußerst knapp überholt, dann angemeckert, und wer in dem Gedränge nicht mitschwimmt, hat schon verloren. Ich kann nicht verstehen, dass die Verkehrsplaner hier nicht schon längst eingegriffen haben. Es ist im Grunde organisierte Verantwortungslosigkeit, was hier geschieht, besser: nicht geschieht. Man sollte sofort eine Spur in jeder Richtung für Radler und meinetwegen Lieferverkehr reservieren. Der Sicherheit wäre damit auf jeden Fall gedient. Im momentanen Zustand hat man auf der Kantstraße das Totenhemd an.

Rennrad fahren im Bayerischen Wald

Kirche, Rennrad, Bayerischer Wald

Ein Herrgottswinkel im Bayerischen Wald

In diesem Urlaub war ich im Bayerischen Wald. Ja, ich weiß, das klingt nicht besonders exotisch oder ambitioniert. Aber ich finde, man sollte die Heimat nicht unterschätzen. Vor allem, wenn sie so schön ist, wie das Gebiet zwischen der Donau und der tschechischen Grenze. Ich kann eigentlich nicht sagen, dass ich die Gegend für mich entdeckt hätte. Es ist eher so, dass sie sich mir offenbarte und jeden Tag eine neue hübsche Überraschung präsentierte.

Wo die Feldwege besser sind als Berliner Radwege

Nehmen wir nur mal die so genannte Wirtschaftswege in dieser doch eher verlassenen Gegend. Jeder einzelne stellte noch selbst gute Berliner Radwege in den Schatten. Es war eine Freude, mit dem Rennrad darüber zu sausen – sie waren asphaltiert, gut in Schuss und meist gut ausgeschildert. Schlaglöcher wie auf den Berliner Teststrecken für Zweiräder habe ich keine angetroffen. Eine Freude! Dazu passte auch ein zivilisierteres Verhalten der Autofahrer, wenn ich auf Landstraßen fuhr. Das aggressive Berliner Gehupe, diese elende Rechthaberei auf vier Rädern habe ich keinen Tag vermisst.

Rennrad fahren im Bayerischen Wald

Die Strecken sind natürlich hügelig – es heißt nicht „Bayerisches Flachland“. Meist sind die Anstiege aber nicht länger als zwei, drei Kilometer, und man darf sich sicher sein, dass es oben jedes Mal bergab geht. Dieses Auf und Ab zeiht sich durch eine liebliche Landschaft, die einem einfach gefallen muss. Da gibt es stille Herrgottswinkel und sanft geschwungene Wiesen mit einem See mittendrin, man fährt durch Wald und über kleine Seitenstraßen, auf denen einem nur selten ein Auto begegnet. Ich habe Rehe gesehen, Heu gerochen und die Vögel sangen für mich, und wenn es gar zu heiß wurde, war mit Sicherheit ein Biergarten oder zumindest ein Lokal nicht weit.

Landschaft bei Spiegelau

Landschaft bei Spiegelau

 

 

 

 

 

 

 

Gute Karten und Komoot

Einen Haken hat der Bayerische Wald für Rennradfahrer: Die von den Tourismusverbänden ausgewiesenen Radwegen sind meist eher etwas für Mountainbiker als für Rennradfahrer. Ich habe daher „Kompass“-Karten und der besten Fahrrad-App vertraut, die es meines Erachtens gibt: Komoot. Mit beiden Hilfsmitteln kam ich immer auf befahrbaren Wegen ans Ziel. Auch wenn ich einmal absteigen musste, um einen kleinen Bach auf einer Holzbrücke zu überqueren. Die Streckenlängen waren moderat – 50 bis 60 Kilometer am Tag.

Hier musste ich eine kleine Brücke nehmen

Hier musste ich eine kleine Brücke nehmen

 

 

 

 

 

 

 

Das Revier um Spiegelau im Bayerischen Wald

Das Revier um Spiegelau im Bayerischen Wald

Fahrradkette wechseln

Kettenlehre auf Fahrradkette

Wenn die Kettenlehre flach aufliegt, ist die Kette verschlissen                        Foto: Link


Auch das kommt in einem Fahrradleben vor: Die Kette muss gewechselt werden, weil sie zu lang geworden ist. Die Kette steht mächtig unter Druck, in der Stadt, wo man oft anfahren muss, mehr als beim gemütlichen Dahingleiten auf langen Strecken ohne Stopp oder ohne Ampeln.

Woran man erkennt, dass die Kette gewechselt werden muss

Erstes Anzeichen für einen Kettenverschleiß ist meist ein rauher Lauf der Kette. Ob sie verschlissen ist, prüft man am besten mit einer Kettenlehre. Das ist ein kalibriertes Metallstück. Man steckt es auf dem Oberlauf der Kette zwischen zwei Laschen und schaut, ob das Ende der Lehre durch die Laschen hindurchfällt. Ist das der Fall, muss die Kette ausgetauscht werden. Bleibt die Lehre dagegen auf einer der Kettenrollen stehen, ist die Kette noch gut. Für einen ersten Check reicht es auch, die Kette vom großen Kettenblatt anzuheben. Wenn man sie fünf Millimeter abheben kann, ist sie verschlissen.

Fahrradkette wechseln: Was man dazu braucht

Zum Wechseln der Kette braucht man besagte Kettenlehre, einen Kettennieter und natürlich eine neue Kette. Die hat eigentlich jeder Fahrradladen parat, es lohnt sich aber, Markenketten zu nehmen. Etwa von Campagnolo, KMX oder Shimano. Meine Erfahrung ist, dass am Rennrad eine Kette 5000 bis 7000 Kilometer hält. Das hängt auch von der Fahrweise ab.

Kettenlehre (links) und Kettennieter

Kettenlehre (links) und Kettennieter

 

 

 

 

 

 

 

Fahrradkette wechseln: Wie man vorgeht

Zunächst muss man die alte Kette öffnen. Dazu legt man den Kettennieter so an die Kette an, dass sein Dorn genau auf einen Niet zeigt. Dann drückt man den Niet mit dem Dorn aus der Lasche der Kette heraus. Das war’s schon – nun ist die Kette offen und man kann sie vom Kettenblatt und den Ritzeln abziehen.

Kettennieter an Fahrradkette

Den Kettennieter benutzt man zum Öffnen und Schließen der Kette (hier mit neuem Niet)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie lang muss die neue Kette sein?

Nun muss man die neue Kette auf Länge bringen. Wenn sie zu lang ist, schlackert sie beim Fahren, wenn sie zu kurz ist, kann man die kleinsten Gänge nicht schalten. Die meisten Ketten werden nämlich mit mehr Kettengliedern ausgeliefert, als man braucht. In der Regel sind es 116 Kettenglieder, die meisten Fahrräder brauchen aber nur Ketten mit 114 Gliedern. Ich legen dazu die alte und neue Kette nebeneinander. Meist überragt die neue die alte Kette um zwei Glieder. Ich nehme dann diese beiden Glieder plus eine Lasche heraus, sodass die neue Kette eine Lasche kürzer ist als die alte. Das hat bisher immer geklappt. Man muss aber darauf achten, dass die beiden Enden zueinander passen – dass also beim Schließen der Kette eine dünnere Lasche in eine weitere hineingesteckt werden kann.

Zwei Fahrradketten

Alte (oben) und neue Kette

 

 

 

 

 

 

 

Kette wieder verschließen

Nun legt man die neue Kette auf das Kettenblatt und ein Ritzel, fädelt sie durch Schaltwerk (Achtung: auf korrekte Führung achten!) und führt die Anfangs- und Endlasche zusammen.  Bei manchen Ketten gibt es eine Seite, die nach Außen zeigen soll (Shimano zum Beispiel).  Man steckt den Niet, der der neuen Kette beiliegt, von Hand so weit in die beiden Ende wie es geht, legt den Kettennieter an und drückt den Niet vorsichtig aber fest durch die Lasche, bis er sauber sitzt. Das überstehende Stückchen quetscht man mit einer Zange ab – fertig.

Kettenschlösser

Manche Kettem, etwa von Sram, werden mit Kettenschlössern geliefert. Das sind Außenlaschen, die man gegeneinander verschieben kann, wodurch sich die Kette öffnet. Hier braucht man keinen Kettennieter, auch das alte Kettenschloss kann man wieder verwenden. Ein Sonderfall ist Campagnolo: Hier darf man nur bestimmte Kettenglieder öffnen, das spezielle Endstück darf nicht entfernt werden.

Fahrradtour: Werkzeug und Ersatzteile

Paar auf Fahrradtour

Fahrradtouren sollen Spaß machen – darum sollte man Flickzeug dabei haben                  p-df

Wer eine Fahrradtour unternimmt, will ja eigentlich vor allem fahren. Doch es kommt vor, dass das plötzlich nicht mehr geht – vor Pannen ist man nie sicher. Meist treten sie ja dann auf, wenn man sie gar nicht brauchen kann, man also mit viel Gepäck beladen, hungrig/durstig, müde und weit weg von einer Werkstatt ist. Ich habe mir angewöhnt, auf Touren, auch kürzere Touren, etwa folgende kleine Helferlein mitzunehmen.

Fahrradtour: Werkzeug und Ersatzteile

Flickzeug darf in keinem Fall fehlen, auch wenn dank pannensicherer Reifen die Plattfüße relativ selten geworden sind. Schmale Rennradreifen sind davon häufiger betroffen als breitere Tourenreifen. Es gibt aber auf den Fitnessbikes, die viele gerne fahren, doch relativ schmale Reifen mit 28 oder 32 Millimetern Breite, die zudem kaum Profil haben – und da setzt sich schon mal gerne eine Steinchen fest und reibt sich durch die Decke. Auch Scherben sind den dünneren Reifen gefährlich. Also: Flickzeug ist ein Essential.

Fahrrad-Flickzeug

 

 

 

 

 

Luftpumpe

Wo Flickzeug ist, darf eine Luftpumpe nicht weit sein. Für die Fahrradtour muss das nicht die große Standpumpe mit Druckmessgerät sein – hier tut es eine kleine, handliche Pumpe auch. Topeak hat viele Modelle im Angebot, andere Hersteller auch. Man sollte nur drauf achten, dass man einen Mindestdruck von fünf, besser sechs Bar damit erzeugen kann. Weniger Druck kann gerade bei beladenen Rädern dazu führen, dass man an der nächsten Borsteinkante schon wieder einen Platten hat. Und die Pumpe muss natürlich auf die Ventile am Rad passen. Die meisten Pumpen passen mehrere Ventilarten – vorher ausprobieren ist aber zu empfehlen.

Mini-Luftpumpe

Eine Mini-Luftpumpe sollte auf verschiedene Ventilarten passen p-df

 

 

 

 

 

Werkzeug

An Werkzeug haben sich die Mini-Tools in den vergangenen Jahren etabliert. Die meisten Modelle haben Imbus-Schlüssel in den üblichen Größen von zwei bis acht Millimetern, manche mit Aufsatz auch mit zehn oder 12 Millimetern dabei.Damit kann man auch lose gewordene Sattel-Klemmschrauben älterer Bauart festziehen. Dann variieren die Angebote in Details. Manche Mini-Tools haben klassische Schraubenzieher, andere Kreuzschlitz-Schraubenzieher, in jüngster Zeit kommen auch Torx-Schraubendreher hinzu. Am besten ist es, man checkt vorher die Schrauben an seinem Fahrrad und wählt sich entsprechend ein Werkzeug aus. Es gibt auch etwas größere Modelle mit Ketten-Nieter – für den (seltenen) fall der Fälle, dass die Kette reißt und man ein Kettenschloss einsetzen muss. Wer länger unterwegs ist, packt vielleicht noch eine Zange ein – man kann ja nie wissen…

Mini-Tool fürs Fahrrad

Praktisch sind Mini-Tools             p-df

 

 

 

 

 

 

 

Ersatzteile

Ich nehme gerne einen Schlauch mit, um einen Plattfuße erst gar nicht flicken zu müssen. Das Loch zu finden dauert ja manchmal länger als die Reparatur. Pessimisten kann man noch Brems- oder Schaltzüge empfehlen, mancher nimmt auch Ersatzspeichen mit (dazu zähle auch ich, auf einer Familientour nach Usedom), und ein Ketteschloss kann nie schaden. Falls die Kette wirklich mal reißen sollte, kann man es ziemlich einfach an Stelle des gerissenen Kettengliedes einsetzen.

Ein Kettenverschlussglied

Kettenverschlussglied

 

 

 

 

 

 

 

 

Was man nicht braucht

Ich hatte einmal auf einer Motorradtour ein Ersatzgetriebe dabei. Das war denn doch zuviel der Vorsorge – das Teil brauchte ich nicht. Stattdessen war dickes Klebeband dann unersätzlich, als der Rahmen brach und geschient werden musste. Klebeband würde ich auch jedem Radler empfehlen. Was man aber nicht braucht, sind Ersatzreifen – es sei denn, es geht ins Karakorum. Wer nur durch Brandenburg radelt, braucht die aber nicht. Bremsklötze sollte man gegebenenfalls vor der Tour erneuern, Schrauben kann man ebenfalls nachziehen.

Radfahren in Berlin: Senat startet PR-Kampagne

Der Senat macht offenbar ernst: Am vergangenen Freitag vergab er seinen PR-Auftrag, mit dem er das Radfahren in Berlin populär machen will. Er ging an die Agentur „Velokonzept“ von Ulrike Saade, die unter anderem die Messe „VeloBerlin“ organisiert. Kritiker sehen darin den Versuch, dem erfolgreich gestarteten „Volksentscheid Fahrrad“ für eine bessere Fahrrad-Infrakstruktur Konkurrenz zu machen. Der unausgesprochene Vorwurf lautet etwa: Anstatt bessere Radwege zu bauen, verkauft der Senat sein Nichtstun nun professioneller.

Das Ziel: „Einheitliche Kommunikationsleitlinie“

Das weist Ulrike Saade allerdings weit von sich. „So etwas würden wir nie machen. Schon alleine deswegen nicht, weil wir dann um unseren guten Ruf bangen müssten“. Sie sieht ihre Aufgabe darin, das Thema Fahrrad in der Öffentlichkeit breiter zu verankern. „Es gibt einen Umsetzungsstau in der Verwaltung, die Politik muss mehr machen, auch mehr Geld ausgeben“, sagt sie. Konkret sieht die Aufgabe vor „den Radverkehr sowie das Radfahren in Berlin im Allgemeinen zu stärken und die damit verbundenen positiven Effekte im Bewusstsein der Berliner Bürgerinnen und Bürger weiter zu etablieren“. Die Agentur soll eine „Kommunikationsleitlinie“ entwickeln, mit der eine „stärkere Sichtbarkeit des Themas ‚Radfahren in Berlin‘ erreicht werden soll und eine neue „Radverkehrskultur“ geschaffen werden soll. „Fahrradmobilität soll positiv wahrgenommen werden“, so der Wunsch des Senats. Die Strategie sei nicht als Konkurrenz zur Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ gedacht, sagt der Senat.

Ulrike Saade: Fahrradafine PR-Frau

Ulrike Saade ist seit vielen Jahren in der Fahrradbranche verwurzelt. Sie war Mitbegründerin eines Fahrradfachgeschäfts, war Gründungsmitglied und Geschäftsführerin des Fachhandelsverbandes VSF, sie gilt bundesweit und in Berlin in der Fahrradszene als bestens vernetzt – so ist sie Mitglied in dem regelmäßig tagenden „FahrRat“. Den Auftrag gewann ihre Agentur mit der Münchner Agentur „Green City Projekt“. Ulrike Saade sieht ihre Aufgabe vor allem darin „Ansätze zusammenzustellen“. Das kann ja nicht schaden. Auch wenn der Zeitpunkt verblüffend ist. Aber warum sollte die Verwaltung nicht auch zu der Erkenntnis kommen, die Radfahrer schon lange haben: Berlin braucht bessere Radwege.

Havelchaussee morgens um fünf Uhr: Fast wie Italien

Morgenstimmung an der Havel Foto: Link

Morgenstimmung an der Havelchaussee                                                   Foto: Link

Frühaufstehern möchte an diesen herrlichen Sommertagen eine Fahrt entlang der Havel empfehlen. Ich war am vergangenen Sonnabend um fünf Uhr morgen dort unterwegs – die Vögel pfiffen um vier Uhr schon von den Bäumen, so dass ich aufwachte – und kann sagen: So schön entspannt wie an diesem Morgen habe ich Berlin selten erlebt. Nur vereinzelt waren Berliner unterwegs, die Nachtschwärmer schwärmten offenbar noch, hin und wieder sah man einen Radfahrer. Still lag die Stadt da, die Sonne warf ihr frühes grelles Licht auf die Havel, ein Fuchs sprang über die Straße, ein anderer schaute aufmerksam dem Radler zu, der da seinen Weg kreuzte. Das Licht war so hell und die Luft so lau als befände man sich irgendwo am Mittelmeer. Es fehlte eigentlich nur noch der Duft von Pinien. Den können märkische Kiefern nicht ganz ersetzen, aber mit etwa Phantasie kann man sich im mediterranen Raum unterwegs wähnen. Also, liebe Leute: Früh aufstehen, so schnell kommt ihr nicht mehr ans Mittelmeer wie bei einer Fahrt auf der Havelchaussee in aller Herrgottsfrühe.

Das Restaurantschiff "Alte Liebe"

Das Restaurantschiff  „Alte Liebe“ auf der Havel

Volksentscheid Fahrrad ruft Fahrrad-Sommer aus

Um den Druck auf die Politik für bessere Radwege in Berlin in der Sommerpause aufrecht zu erhalten, hat die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ einen Berliner „Fahrradsommer“ ausgerufen. Am 17. September sind in Berlin Abgeordnetenhaus-Wahlen – und da sollen sich die Kandidaten doch an die Radfahrer dieser Stadt erinnern. Die Initiative denkt an Aktionen wie Besuche bei den Kandidaten der Parteien, die man nach ihrer Haltung zum geplanten Volksentscheid fragen könnte; man kann Flash-Mobs organisieren, Kinder-Fahrrad-Demos auf die Beine stellen oder Sit-Ins an gefährlichen Kreuzungen.

Unterstützung der Fahrradbranche

Die Initiative verkündet unterdessen, dass über 100 Unternehmen aus der Fahrrad-Branche den Volksentscheid unterstützen. Das scheint auf den ersten Blick nicht weiter verwunderlich, denn die Branche lebt ja vom Fahrrad. Mit politischen Aussagen hält man sich aber gerne zurück – umso erfreulicher ist dieses Engagement. Die Fahrradhersteller fordern darüberhinaus aber auch die deutsche Politik auf, den Ausbau der Radinfrastruktur zu fördern.

Starttermin Donnerstag, 14. Juli, in der TU

Als Auftakt zum „Fahrrad-Sommer“ findet am Donnerstag, 14. Juli 2016, um 19 Uhr eine Werkstatt in der Technischen Universität statt. Sie ist ein offenes Treffen für alle Interessierten. An diesem Tag werden Aktions-Themen und Gruppen vorgestellt. Die Initiatoren werben um kräftige Unterstützung. Der genaue Ort:

  • Erweiterungsbau, Raum 222, Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin, am 14. Juli um 19 Uhr
  • Weitere Termine der Werkstatt
  • Donnerstag, 28. Juli 2016, 19 Uhr
  • 11. August, 19 Uhr – jeweils der gleiche Ort

 

Pannenhilfe: ADAC fährt E-Bike

ADAC-Pannenhelfer

Ein ADAC-Pannenhelfer mit E-Bike im Einsatz                                                              Foto: Link

Wie vorteilhaft Fahrräder im dichten Verkehr von Großstädten sind, hat sich inzwischen auch beim ADAC herumgesprochen.  Im Rahmen eines Pilotprojektes sind in Berlin zwei Pannenhelfer mit dem E-Bike unterwegs. Sie haben einen kleinen Fahrradanhänger dabei, der mit maximal 70 Kilogramm Werkzeug beladen werden kann. Darin befindet sich auch eine Starthilfe-Batterie. Einen Ersatz-Akku für sein E-Bike soll der ADAC-Pannenhelfer auch dabei haben, das Fahrrad ist mit einem Tablet ausgestattet. Wenn die Bordmittel nicht ausreichen, ruft der ADAC-Mann seine Kollegen vom Pkw-Pannendienst an. Der Versuch soll bis Ende Oktober dauern, dann wird er ausgewertet. Flexibel ist der ADAC-Biker jedenfalls, auch wenn er wegen fehlender Klimatisierung auf seinem Fahrrad an heißen Sommertagen doch etwas ins Schwitzen kommt. Für Radfahrer ist der Service eigentlich nicht gedacht – „aber wenn ein Fahrradhelfer an einem Radler vorbeikommt, der eine Panne hat, dann wird er bestimmt seine Hilfe anbieten“, sagt ADAC-Sprecherin Sandra Haas.

 

Radschnellrouten: Kanton Zürich baut „Veloautobahn“

Radbahn Berlin

Idee eines Radschnellweges in Berlin unter der U-Bahnlinie 1             Foto: Volksentscheid Fahrrad

Da sage noch einer die Schweizer seien langsam: Der Kanton Zürich hat jetzt beschlossen, attraktive und schnelle Radwege zu bauen, damit das Fahrrad im Alltag häufiger benutzt wird. Das berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ). Damit vollziehe der Regierungsrat einen Paradigma-Wechsel bei den Fahrradwegen, so die Zeitung. Galten Velorouten bislang vor allem für den Freizeitverkehr, so sollen sie künftig auch für Pendler sein, „die das Velo auf dem Weg zur Arbeit, zu Ausbildungsstätten und zum Einkaufen für Distanzen bis zu 15 Kilometer benutzen“, so die NZZ.

Radschnellrouten: Kanton Zürich baut „Veloautobahn“

Bereits 2010 beschloss der Kanton Zürich ein „Veloförderprogramm“. Dieses wird nun erweitert. Man sieht den Fahrradverkehr als „wichtiges Verkehrsmittel neben dem motorisierten Individualverkehr“.  Neu in diesem Konzept sind „Veloschnellrouten“. Sie sollen eine möglichst unterbrechungsfreie Fahrt bieten, sicher sein und anspruchsvoll gestaltet werden. Zwei Fahrräder sollen nebeneinander fahren können. Das Schweizerischer Bundesamt für Straßen bezeichnet diese Trassen als „Veloauotbahn“. Angelegt werden sollen die Routen, „wenn die Machbarkeit und ein ausreichendes Kosten-Nutzen-Verhältnis“ nachgewiesen ist, so die NZZ. Ein Pilotprojekt entstehe derzeit zwischen Altstetten (Heimat des bekannten Leichtathletik-Stadions Letzigrund) und Dietikon.

Drei unterschiedliche Typen von Fahrradwegen

Künftig wird es drei unterschiedliche Typen von Fahrradwegen im Kanton Zürich geben:

  • Nebenverbindungen entlang der Kantonsstraßen. Innerorts sind Radwege beiderseits der Straßen die Regel, außerorts kombinierte Rad- und Fußwege
  • Hauptverbindungen, vorzugsweise unabhängig von Hauptverkehrsachsen. Hier sollen zwei Räder nebeneinander fahren können
  • die neuen Radschnellverbindungen, die ebenfalls Platz für zwei Räder nebeneinander haben sollen. Sie sollen möglichst durchgängig und auf eigenen Trassen verlaufen. Sie können als Pilotprojekte entstehen

Die genauen Details zum Beschluss des Kantonsrats findet man hier.

Der Kanton Zürich setzt damit quasi schon um, was in Berlin erst in den Anfängen der Diskussion steckt – Radschnellrouten quer durch die Stadt, wie sie die Initiative „Volksentscheid Fahrrad vorschlägt.

 

Fahrradweg blockiert

Überraschung am Morgen - Radweg blockiert

Überraschung am Morgen – Radweg blockiert                                                       Foto: Link

Ärger auf dem Weg ins Büro: Passgenau hat dieser Lieferwagen am frühen Morgen sowohl den Radweg am Ende der Langenscheidtbrücke als auch die Czeminskystraße zugeparkt. Da fragt man sich doch, wozu Radwege überhaupt gut sind. Leider ist das ja nicht das einzige Beispiel für zugeparkte Radwege. Sie sind ja eher Dauerscheinung. So ist zum Beispiel die schöne neue Fahrbahn auf der Anhalter Straße mit ihrem Fahrradstreifen in Wirklichkeit ein Abstellstreifen für Busse und den Lieferverkehr. Das Ordnungsamt oder die Fahrradpolizei habe ich da leider noch nie gesehen. Einer Schuld bewusst war sich der Fahrer an der Langenscheidtbrücke natürlich nicht.