Falträder von Boxbike

Patrick Möller in dem Geschäft Boxbike

Patrick Möller in seinem Geschäft an der Prenzlauer Allee

Sie waren schon einmal in Mode, verschwanden dann aus der Fahrrad-Szene, doch nun sind Falträder wieder richtig „in“. Bei urbanen Bikern sind sie beliebt, weil man sie praktisch überall mit hinnehmen kann, Pendler schätzen die unaufwändige Mobilität zwischen Wohnung und Bahn oder Zug. Die Faltbikes mit den kleinen Rädchen lassen sich schnell in handliche Gepäckstücke umwandeln. In öffentlichen Verkehrsmitteln muss man für sie nicht einmal eine Fahrradkarte lösen. Aber auch als Freizeitgefährt kommen die kleinen Dinger immer mehr in Mode: „Viele Kunden kaufen sich auch ein Faltrad, um damit beim Wochenendausflug zu fahren“, sagt Patrick Möller, Inhaber der Boxbike in Prenzlauer Berg. Ab in den Kofferraum ohne umständlich einen Dachträger montieren zu müssen und raus ins Grüne – das ist das Motiv des Großstädters für den Kauf eines Ausflugs-Klapprades. Beim Velothon gibt es in diesem Jahr sogar erstmals ein Faltradrennen.

Brompton Rad geklappt

Der Klassiker: ein Brompton, eingeklappt

Falträder aus Überzeugung

Seit drei Jahren betreibt Patrick Möller sein Geschäft mit den Falträdern an der Prenzlauer Allee 206. „Ich würde kein großes Rad mehr fahren“, sagt er, die kleinen Dinger seien einfach viel praktischer. „Ein Faltrad ist das Fahrrad-to-go schlechthin“, erklärt Möller voller Überzeugung. Man trägt es von der Wohnung auf die Straße, fährt damit ins Büro, stellt es dort in einer Ecke ab und radelt wieder nach Hause. Und wenn es regnet, nimmt es in der U-Bahn nur wenig Platz ein. Selbst fährt Möller täglich von seiner Wohnung in Neukölln an die Prenzlauer Allee und beklagt sich höchstens einmal über die schlechten Radwege, nie aber über die kleinen Flitzer. Denn die seien auch für lange Touren geeignet: „Ich habe damit schon Tagestouren von 100 Kilometer unternommen, das geht alles“, sagt er. Vielleicht ist das nur eine Frage der Gewohnheit. Während wir uns bei kurzen Erprobungsfahrten auf dem „Birdy“ oder einem „Brompton“ schnell einigermaßen wohl fühlten, war die Umstellung auf das eigenwillig dreieckige Strida doch eine echte Herausforderung. Man kommt sich vor, als müsse man über ein Drahtseil fahren.

Ein Moulton im Schaufenster

Ein Moulton im Schaufenster

 

 

 

 

 

 

Falträder von Boxbike

Wer ein Faltrad sucht, ist in der Boxbike an einer guten Adresse. Der Laden führt eigentliche alle gängigen Marken. Modelle von Brompton, Birdy, Strika, Tyrell, FSIR Spin, Moulton, Pacific Cycles oder Tern sind im Angebot, auch Dahon haben wir gesehen. Die Räder kann man sich auch individuell verändern lassen. Preislich reicht die Bandbreite von 700 Euro für ein einfaches Strida bis hin zu 3500 Euro für ein Birdy von Riese & Müller mit Roloff Nabenschaltung, hydraulischen Scheibenbremsen und einer Supernova Lichtanlage. Die Roloff-Schaltung ist ein Luxus-Feature, das viel Spaß macht, an die eigenwillige Schaltzentrale eines Brompton muss man sich erst gewöhnen. Sympathie für britischen Spleen könnte dabei vielleicht helfen.

Eigenwilliges Design: das Strida

Eigenwilliges Design: das Strida

Beratung und Zubehör

Wenn man den sozialen Netzen trauen darf, dann steht Beratung in der Boxbike ganz oben. Bei unserem Besuch hatten wir den Eindruck: Möller will, dass seine Kunden das richtige Klapprad finden, er will ihnen nicht eins aufschwätzen. Er schilderte uns Vor- und Nachteile, fragte nach Einsatzzweck und Erfahrungen und half beim Einstellen. Ausprobieren kann man die Räder vor Ort, und auch extra-Wünsche werden erfüllt. Dazu kommt ein reiches Angebot an Zubehör wie schicke Taschen oder Schlösser. Das scheint sich herumgesprochen zu haben. Besucher kommen und gehen. Und eine interessierte Nachbarin, die selbst Lastenfahrräder verkauft, wollte sehen, wie der selbst geschweißte Gepäckträger für den Hinterbau des Lastenrades aussieht, den sich Möller für sein Modell anfertigen ließ. Im Nu entstand eine kleine Expertengruppe vor dem Laden.

  • Boxbike
  • Prenzlauer Allee 206
  • 10405 Berlin
  • Tel. 030 / 60 98 18 61
  • Di – Fr 12 – 19 Uhr
  • Sa 11 – 16 Uhr

 

Trek 720 Disc

Tourer für Rennradfahrer: das Trek 720       Foto: Trek

Tourer für Rennradfahrer: das Trek 720 Foto: Trek

Die amerikanische Fahrradschmiede Trek hat ein neues Multi-Purpose-Rad vorgestellt, das  urbane Radler, Rennradfahrer und Tourenfans interessieren dürfte: das Trek 720 Disc. Trek bezeichnet es selbst als „Touring-Bike für Rennradfahrer“. Der Aluminiumrahmen hat eine leichte Rennradgeometrie, ein Stack-Reach-Quotient von rund 1,51 für das 58cm-Modell ist eher sportlich als bequem, beim 61cm-Modell ist der Quotient 1,55.

Aluminiumrahmen und Scheibenbremsen

Der Alu-Rahmen hat Ösen für Gepäckträger und Schutzbleche und wird mit Scheibenbremsen geliefert. Vorne sorgt eine Carbongabel für etwas Dämpfung, hinten müssen es die 28er Reifen richten – Trek liefert das Disc 720 mit einer Alu-Sattelstütze aus. Die Züge sind innen verlegt, als Antrieb fungiert die neue Shimano 105 mit einer 11-32er Übersetzung. Die Scheibenbremsen sind hydraulisch mit einem Durchmesser von 160 mm. Das Magazin Bicycletimes beschreibt die Fahrt als angenehm und leicht sportlich, die Bremsen sollen auf leichtesten Druck zupacken.

Packtaschen von Bontrager

Zubehör-Hauslieferant Bontrager hat für dieses Modell eine Aufnahme an der Gabel für Packtaschen einschließlich der wasserdichten Taschen gebastelt. Sie hängen für europäische Verhältnisse etwas hoch, sollen sich aber gut fahren lassen, wie Bicycletimes meint. Hinten kann man ja noch etwas an einen Gepäckträger hängen.

Gewicht und Preis

Ganz leicht ist das Trek 720 nicht – es soll ja als Touringbike auch etwas tragen können. Bicycletimes hat rund 21 US-Pfund gemessen – das wären gut 9,5 kg. Kosten soll das Trek 720 in Deutschland 1599 Euro.