Neues aus dem Schilderwald

Neu im Schilderwald: "Radwegschäden"  Foto: Link

Neuzugang im Schilderwald: „Radwegschäden“ auf der Schützallee                                  Foto: Link

Der Berliner Schilderwald ist um eine Spezies reicher. So scheint es zumindest, wenn man die Schützallee in Zehlendorf befährt. Seit einigen Tagen überrascht den Radfahrer dort ein Gefahrenzeichen mit dem Zusatz „Radwegschäden“. Es ist zwar so hoch angebracht, dass es eher für Baumbewohner gedacht scheint, zu übersehen ist es aber auch vom Fahrrad nicht. Der Schlagloch-gestählte Berliner Verkehrsteilnehmer vermutet natürlich sofort, dass dieses Schild fällige Radwegreparaturen ersetzen soll – analog zu den Tempo-10-Schildern für Autofahrer auf Schlaglochstraßen.

Doch das Schild soll nicht für die Ewigkeit sein. „Wir müssen aus Haftungsgründen schon auf Löcher hinweisen, die wir nicht gleich reparieren können“, sagt Baustadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne). „Solche Schilder soll eine Reparatur nicht ersetzen“. Straßenbegeher melden dem Tiefbauamt regelmäßig Gefahrenstellen, wenn es nötig ist, werden dann Warnschilder aufgestellt. Ob es nicht billiger wäre, die Gehwegplatten zu ersetzen? Bequemer zu befahren wird der Weg durch das Schild jedenfalls nicht.

Lastenfahrrad teilen

Lastenrad, Fahrrad

Lastenrad teilen: Das Büro an der Oderberg Straße Foto: Link

Das Büro befindet sich auf dem Bürgersteig, es besteht aus einem Holztisch, einer Bank und einem Laptop. Davor steht noch ein Aufsteller mit der Aufschrift „Lastenfahrrad Sharing“. Mehr Aufwand treibt Felix Willems (26) mit seiner Initiative zum Teilen von Lastenfahrrädern derzeit noch nicht. Seit Anfang August befindet sich ihr öffentlicher Anlaufpunkt am Café Ostfee in der Oderberger Straße.

„Wir denken, das ist hier ein guter Standort, weil der Weg zum nächsten Supermarkt ziemlich weit ist“, sagt der Physiker Felix Willems. Er hatte die Idee für den  Feldversuch: Wo viele Menschen leben, die einkaufen und Besorgungnen erledigen müssen, muss es doch einen Bedarf an Lastenfahrrädern geben, dachte er. Die potenziellen Nutzer sollen das Lastenrad aber nicht alleine mieten, sondern es sich mit anderen teilen, so die Vorstellung. Er sprach Firmen an, Mieträder zur Verfügung zu stellten. „Viele Firmen waren von der Idee sehr angetan“, sagt Willems. Finanzieren kann die Initiative Lastenfahrräder eine Flotte nicht – ein Einzelstück kommt schon mal auf 1500 bis 2300 Euro. Willems betreibt den Service in seiner Freizeit.

Im Kiez gibt es offenbar viele Fahrradbesitzer – die Nachfrage nach der Ausleihe bleibt noch hinter den Erwartungen zurück, sagt Willems. Das mag vielleicht auch an der Preisgestaltung liegen, gibt er zu: Für die erste Stunde zahlt man vier Euro, für die nächste fünf Euro. Da die meisten Interessenten sich das Rad alleine ausleihen wollten, würden sie neun Euro für zwei Stunden abschrecken, meint Willems. Die Idee für diese Preisgestaltung war jedoch, dass man durch Teilen die Miete niedrig halten kann und sich die Räder nur kurze Zeit ausleiht. Das muss sich erst noch herumsprechen.

Großes Interesse bei Touristen

Allerdings sind viele Touristen an den Dreirädern interessiert, sagt Willems. Da will ein Berlinbesucher seine Freundin einladen, die nach langem Stadtbummel müde ist, da will eine Mutter Kinder transportieren oder eine kleine Gruppe gleich mehrere Lastenräder fürs Sightseeing mieten. Ein kommerzieller Erfolg dürfte schwierig sein. Aber Hinweise darauf, ob die Idee ankommt und wie man Partner zu ihrer Umsetzung finden könnte – etwas Wohnungsgesellschaften –  erhofft sich die Initiative schon. Der Feldversuch läuft noch bis Ende September. Wie es dann weitergeht, ist noch unklar. „Wir werten dann unsere Ergebnisse aus, danach sehen wir weiter“, sagt Willems.

Radläden: Die Fahrradstation Mitte

 

Die Fahrradstation Mitte an der Leipziger Straße  Foto: Link

Die Fahrradstation Mitte an der Leipziger Straße                                                Foto: Link

DIe „Fahrradstation“ hat in Berlin sechs Läden und seit kurzem auch eine Fahrradstation in Potsdam. Der Laden an der Leipziger Straße 56 firmiert auch als Vertrags-Händler der amerikanischen Marke Trek. „Fahrradstation Mitte“ nennt sich der Shop, der relativ unauffällig in eine Plattenbau-Fassade integriert ist. Kleine Aufsteller-Fahnen und Fahrräder auf dem Bürgersteig signalisieren: Hier ist ein Radladen.

Beim Betreten des Geschäfts sieht man zunächst den Werkstatt-Bereich, rechts davon befinden sich Kassentheke und der nicht allzu große Verkaufsraum. Er ist mit Fahrrädern relativ eng vollgestellt. Die Fahrradstation Mitte hat Räder der Firmen Trek, BMC, Diamant, Giant, Orbea, Raleigh, Gazelle und Flyer im Programm. Die Fahrradtypen richten sich eher an sportliche Fahrer, das eine oder andere Komfortmodell ist aber auch dabei. Weil sich die Läden untereinander austauschen, sind die Modelle in allen Geschäften erhältlich, auch wenn sie in dem einen oder anderen Shop gerade nicht vorrätig sind.

Gute Räder, guter Service

Die Fahrradstation Mitte legt Wert darauf, nur Räder im Sortiment zu haben, von denen man selbst überzeugt ist. Billigware aus der Massenherstellung findet man hier nicht. Das gilt für das Angebot der meist eher sportlichen Alltagsräder und besonders für die Rennräder. Die Modelle sind unterteil in die Kategorien Rennrad, Komfortrad, Speedrad, Mountainbike, Trekkingrad, Singlespeed. Wer Trek-Rennräder sucht, ist in der Fahrradstation Mitte an der richtigen Adresse. Es gibt meist ein Exemplar der neuen Modelle, auch Vorjahrsmodelle sind im Angebot. Die Mitarbeiter sind freundlich, man kann Probefahrten machen, Sonderwünsche bei der Ausstattung  werden gerne erfüllt. Die Preise bewegen sich auf marktüblichen Niveau, besondere Schnäppchen sind aber eher selten. Dennoch gibt es Sonderangebote, auf die man achten sollte. Manche Neuräder werden als Vorjahresmodelle zum Gebrauchtpreis angeboten – das ist besonders attraktiv.

Service und Kundenfreundlichkeit sind nach meinen Erfahrungen in der Fahrradstation Mitte prima, ebenso die Beratung bei Fragen wie der nach den besten Bremsklötzen oder einem guten Sattel. Kleinere Reparaturen an meinem Alltagsrad wurden schnell erledigt, ich brachte es morgens hin und konnte abends damit wieder nach Hause fahren. Daneben führt der Laden auch das gängigste Zubehör und Bekleidung. Das Angebot ist nicht riesig, aber qualitativ hochwertig.  Ein Top-Laden in Mitte.

Fahrradstation Mitte
Leipziger Straße 56
10 117 Berlin
Tel. 030/66 64 91 80
www.fahrradstation.com

Öffnungszeiten:
März bis Oktober
Mo–Fr 10–19.30 Uhr, Sa 10–18 Uhr
Nov. bis Februar
Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr

Fahrradtour nach Blankensee

Das Bauernmuseum in Blankensee Fotos: Link

Das Bauernmuseum in Blankensee                                                        Fotos: Link

Der Ort Blankensee südlich von Berlin hat einige Besonderheiten, die ihn zu einem netten Ausflugsziel machen. Er liegt an einem See, an dem man sitzen oder spazieren gehen kann, es gibt mehrere Gaststätten und ein kleines Bauernmuseum. Und die Bewohner versuchen sich gegenseitig darin zu übertreffen, wer die beste Marmelade oder den besten Honig anbietet. Das sind gute Gründe für eine rund 65 Kilometer lange Radtour nach Blankensee.

Güterfelder Haussee

Wir starten am S-Bahnhof Zehlendorf und fahren über die Machnower Straße und den Zehlendorfer Damm nach Stahnsdorf. Von da aus geht es weiter nach Güterfelde. Der Güterfelder Haussee ist an warmen Tagen eine nette Abkühlung, ich hatte mir vorgenommen, auf dem Rückweg kurz ins Wasser zu springen. Am Kreisverkehr hinter Güterfelde geht es Richtung Saarmund weiter. Der Radweg ist gut, aber etwas schmal – vor allem bei Gegenverkehr. Von Saarmund fährt man auf der holprigen Landstraße Richtung Tremsdorf. Ob es an der Beschaffenheit der Straße liegt, ist unklar, aber der Verkehr hält sich hier meist angenehm in engen Grenzen.

Der Fliederhof in Stücken

Wir fahren weiter nach Stücken. Hier hat man ziemlich genau die Hälfte der Strecke erreicht. Die Gaststätte „Fliederhof“ ist ein beliebtes Ausflugslokal. Eigentümerin Julia Sehring betreibt ihr Hofrestaurant mit viel Engagement und guter Küche. Selbstgemachtes wie Marmelade, Pesto oder Säfte kann man bei ihr auch kaufen. www./www.fliederhof-syring.de

Bauernmuseum und kleine Verkaufsstände

Auf der kleinen Verbindungsstraße geht es weiter nach Blankensee. Hier findet man hübsche Gaststätten, kann einen selbst gemachten Kuchen in der Landbäckerei Röhrig essen, eine Pause am See machen oder das kleine Bauernmuseum besuchen (Mi–Fr 10–12, 13–17 Uhr, Sa/So/Feiertag 13–17 Uhr). Die Museumsschänke direkt daneben ist von Mittwoch bis Freitag ab 13 Uhr geöffnet, samstags, sonntags und an Feiertagen ab 12 Uhr. Auch ein kleines Schlösschen hat Blankensee, das Herrenhaus, dessen Park Peter-Joseph Lenné entwarf.

Vorgarten mit Angebot an Selbstgemachten

Vorgarten mit Honigangebot

Einen Stopp wert sind die kleinen Verkaufsstände an der Dorfstraße mit Gartenerzeugnissen: Marmelade, Honig und Fruchtsäfte werden an vielen Stellen angeboten und schmecken lecker. Auch in dem einen oder anderen Vorgarten kann man selbst erzeugtes Obst oder Gemüse kaufen.

Pflaumenkuchen in Schenkenhorst

Über Schiaß, Jütchendorf, Seiten, Ahrendsdorf und Nudow habe ich mich dann nach Schenkenhorst gerettet. „Gerettet“, weil der Gegenwind doch ganz schön an meiner Kondition zehrte. Der Pflaumenkuchen in der kleinen Gaststätte des Reiterhofes gleich am Ortseingang links gab mir Kraft für den Weg zurück nach Berlin. Und den Sprung in den Güterfelder Haussee muss ich nachholen: Als ich vorbeifuhr, fing es gerade an zu tröpfeln. Kein echtes Badewetter.

Länge: ca. 65 km

Die Route nach Blankensee

Die Route nach Blankensee

 

 

Fahrradsattel Erfahrungsbericht: Brooks und SG Lab

Brooks Team Pro Chrome

Brooks Team Pro Chrome

Es ist an der Zeit über das wichtigste Körperteil von uns Radfahrern zu reden, den Po. Er ist die Verbindung zum Rad und zur Straße, auf ihm verbringen wir Stunden um Stunden, und das beste ist, wenn man sich dieses Körperteils gar nicht bewusst wird. Das ist dann nämlich ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Sattel zum Po passt. Was aber ist, wenn der Po drückt und zwickt? Wer schon einmal sechs Stunden oder länger im Sattel saß, weiß, wovon ich rede. Dann kann es einem im Damm drücken, die Lendenwirbel können weh tun, das geschätzte Hinterteil wird zur Schmerzfabrik.

Ich habe in meinem Radlerleben viele Sättel probiert: Solche, die beim Kauf  am Rad  dran waren und über die ich mir den Kopf nicht zerbrach, oder Plastiksättel und Gel-Varianten, die ich später nachkaufte, auch Leihgaben von Freunden und Bekannten waren darunter.

Brooks für das Alltagsrad

Für mein Alltags-Fahrrad muss ich für den guten alten Brooks-Ledersattel  eine Lanze brechen. Der Brooks ist einfach der beste. Nachgiebig und doch fest, er ist geschmeidig und widerstandsfähig, er schmiegt sich perfekt der Körperform an. Noch nie hatte ich Probleme damit. Ich bin mit Gepäck über die Cevennen gekurvt oder mit den Kindern nach Usedom gefahren. Ich radle damit täglich durch die Stadt und bin auf Touren unterwegs.

Der Brooks ist immer dabei – zurzeit ist es ein Team Pro Chrome – und er verhält sich so, wie man das von einem treuen Begleiter erwartet: Er verrichtet seinen Dienst und ist unauffällig. Kann man ein größeres Lob aussprechen? Gewiss, er braucht hin und wieder etwas Fett und Regen mag er nicht. Aber hat nicht jeder seine kleinen Eigenheiten?

SQ-Lab fürs Rennrad

Auf Rennrädern tat ich mir lange schwer, den richtigen Sattel zu finden. Schick soll der Sattel sein, zum Rad passen, aber man will auch gut auf ihm sitzen. Lange habe ich herumprobiert, auch mit Brooks. Die Rennsättel waren mir an der Seite aber zu üppig, sie scheuerten an der Innenseite der Oberschenkel. Und der edle „Swallow Titan“, der schön schmal ist, war mir einfach zu teuer.

Der SQlab 611

Der SQlab 611

Seit zwei Jahren habe ich den SQ Lab 611, und was soll ich sagen: Er ist mein Brooks fürs Rennrad. Er ist vielleicht modisch nicht der letzte Schrei, aber er drückt und zwickt nicht, ich bemerke ihn kaum. Dass er passt, liegt an der SQ-eigenen Formensprache. Sie ist im Dammbereich etwas flacher, die Sattelnase ist tiefer als der Hauptsitzbereich, wodurch der Sattel nicht auf den Schambereich drückt. Den SGlab gibt es in Breiten von 12 bis 15 Zentimeter. Der Hersteller empfiehlt, bei der Auswahl auf den Abstand der Sitzknochen zu achten. Man setzt sich dazu auf Wellpappe und misst den Abstand der Eindrücke, die man hinterlassen hat. Gute Fahrradhändler bieten den Service kostenlos an. Wenn man die passende Breite gefunden hat, steht angenehmen Kilometern eigentlich nichts im Wege. Bevor der Po schlappmacht, sind es die Beine. So soll es sein.

Adressen

Hier geht es zu den Herstellern:

http://www.brooksengland.com

http://www.sq-lab.com

30 Jahre ADFC

Der ADFC lädt am 18. August zu einem großen Fest auf das Tempelhofes Feld ein. Anlass ist der 30. Geburtstag der Fahrrad-Organisation. Das Fest steigt ab 14 Uhr im Eingangsbereich am Columbiadamm.

Zum Programm gehören Live-Musik, Getränke vom Fass und aus der Flasche, es gibt zahlreiche Info-Stände, besondere Fahrräder sind zu sehen, ein Kletterturm ist fpr Kinder da, seine Fahrkünste kann man auf einem Familienparcours erproben, und der Besucher mit dem originellsten Fahrrad erhält einen Preis.

Alle Informationen unter http://www.adfc-berlin.de/verein/landesverband/1354-jubilaeumsfest-30-jahre-adfc.html

Der Elektro-Biker

In der Stadt fahre ich ja eigentlich ohne Ehrgeiz. Zügig, aber ohne jenen Biss, der einen dazu zwingt, den Vordermann auf Teufel-komm-raus zu überholen. Es hat sowieso keinen Zweck. Irgendeiner ist immer vor einem selbst.

Aber an jenem Sonnabend wurde ich doch vom Ehrgeiz gepackt.  Ich fahre mit meinem Rennrad auf der Straße, als ich aus dem Augenwinkel rechts von mir einen Schatten sehe. Nanu, denke ich, joggt da einer an mir vorbei? Denkste! Es war ein Vater mit seinem Jungen auf dem Kindersitz. Das war denn doch zuviel – Vater mit Kind überholen dich auf dem Rennrad? Der Fahrer muss ja Beine haben!

Dann fiel mein Blick auf das Rad. Es waren nicht die Beine der Radlers, es war das Rad selbst, das so „dick“ war. Auf dem Unterrohr saß ein Kraftpacket. Eine Batterie. Ein E-Bike war also an mir vorbeigezogen. Das tröstete mich dann doch. Aber neidisch war ich, ehrlich gesagt, auch.

Zwei Ampeln später schloss ich zu dem entspannt dreinblickenden Fahrer im Anzug  mit seinem Jungen hinten drauf wieder auf. Ich war inzwischen ins Schwitzen gekommen.  Etwas geringschätzig blickte ich zu den beiden hinüber. „Mit Motor kann das jeder“, sollte das heißen. Den Jungen beeindruckte das gar nicht. Sein triumphierender Blick wollte mir lange nicht aus dem Gedächtnis schwinden.

Fahrradtour zum Köthener See

Badestelle mit kleinem Steg am Köthener See

Badestelle mit kleinem Steg am Köthener See                                  Fotos: Link

„Papa, ich will mal mit dir zelten.“ Die Bitte unserer zehnjährigen Tochter klang mir seit Monaten in den Ohren, und jetzt, in den Ferien, war es Zeit, sie zu erfüllen, wenn ich mir nicht alle Sympathien verscherzen wollte. Wir packten unsere Räder mit Zelt und Iso-Matten, nahmen Kleider und Kocher mit, meine Frau brachte uns mit dem Auto in den Rand des Spreewaldes. Groß Köris sollte der Startpunkt der kleinen Tour sein. Die Jugendherberge am Köthener See hatte ich als erstes Ziel ausgewählt. Sie hat einen Campingplatz.

Circa 20 Kilometer lang ist diese Etappe. Sie ist flach, führt meist auf guten Asphaltwegen parallel zur Straße unter Bäumen entlang und war auch an einem ganz heißen Tag zu ertragen. In Halbe badeten wir an einem See, wir saßen unter Bäumen am Wegesrand und picknickten oder tranken Wasser, und wir freuten uns über die sehr geringe Verkehrsdichte. Fahrrad fahren ist im Spreewald auch mit Kindern eine weitgehend entspannte Sache.

Ein Bauernhaus, das als Verwaltungsgebäude und Gästehaus genutzt wird

Ein ehemaliges Bauernhaus, das als Verwaltungsgebäude und Gästehaus genutzt wird

„Papa, hier ist es schön“, sagte meine junge Begleiterin, als wir Köthen erreicht hatten. Ein 80-Einwohner-Dörfchen, abgeschieden und mit einem See und einem Campingplatz, wie wir ihn brauchten. Wir haben in der Jugendherberge gefrühstückt und in der kleinen Gaststätte nebenan gegessen, wir nutzten die überdachten Sitzbänke, wenn wir selbst kochten, wir schauten den Schwänen zu und bewunderten den Sternenhimmel, wir sahen einen Seeadler und Störche in ihrem Nest, wir haben gebadet und dabei die Zeit vergessen. Und nachts trommelte der Regen auf unser kleines Haus. 65 Kilometer südöstlich von Berlin liegt der Köthener See. Weiterfahren wollten wir nicht. Wer gibt schon gern ein kleines Paradies auf?

 

Der Campingplatz an der Jugendherberge am Köthener See Fotos: Link

Der Campingplatz an der Jugendherberge am Köthener See Fotos: Link

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück fuhren wir mit den Zug ab Halbe. Nach neunzig Minuten hatte uns das Großstadt-Gewusel wieder eingefangen. Vor dem Einschlafen ist uns aber seither, als hörten wir die Störche mit ihren Schnäbeln klappern und den Seeadler rufen.

Jugendherberge Köthener See
Dorfstr. 20
15 748 Märkisch-Buchholz
Tel. 033765 80 555
http://www.jh-koethener-see.de

Fahrradtour nach Köthen

Fahrradtour von Groß Köris nach Köthen