Fahrradladen in Berlin: Die Fahrradfritzen 

Fahrradfritzen-Erick-Fabisch

Erik Fabisch, Mitinhaber des Lades an der Eisenacher Straße 65 in Schöneberg

Wenn irgendetwas am Rad gar nicht mehr geht, dann gibt es vor dem Weg zum Recyclinghof noch eine Adresse. Sie lautet: Eisenacher Straße 63. Denn hier in Schöneberg sitzt ein Radladen, der die Handwerkskunst am Fahrrad noch hochhält, dem festverostete Tretlager genauso wenig Respekt einflößen wie verbogene Felgen oder Pedale, deren Gewinde sich in die Tretkurbeln hineingefressen haben. Es sind die Fahrradfritzen.

Fahrradladen in Berlin: Die Fahrradfritzen

Zwei Fahrradläden hatte ich schon mit dem festgerosteten Tretlager am Rad meiner Frau aufgesucht – beide kapitulierten vor der Reparatur. „Da ist nichts mehr zu machen, das können sie wegwerfen“, lautete ihr Kommentar zum angeblich irreparablen Fahrrad. Meine Frau liebte das Ding aber! Zugegeben, es hatte schon über 20 Jahre auf dem Stahlrahmen, aber es fuhr gut und sie fuhr gerne damit. Das Tretlager aber eierte, das Rad war eigentlich nicht mehr fahrbar. Doch ein neues Lager einzubauen, war offenbar schwierig, weil das alte nicht herauszubekommen war. Bis ein Kollege den richtigen Tipp hatte. „Erst wenn es  die Fahrradfritzen nicht schaffen, darfst du dein Rad ruhigen Gewissens wegwerfen, vorher nicht“, sagte er.

Reparatur allererster Güte

Also, ich mache es kurz: Die Fahrradfritzen bauten das alte Tretlager aus, ersetzten es, verpassten dem Rad einen neuen Antrieb mit besserer Schaltung, überholten die Bremsen und spendiertem dem Rad einen Nabendynamo und neue Griffe. Das kam einer Komplettreparatur gleich, war aber immer noch günstiger als ein neues Fahrrad. Eine perfekte Reparatur. Und meine Frau hat eine neue Liebe. 

Charme und Können bei den Fahrradfritzen

Der Laden von Erik Fabisch und seinem Kompagnon Jan-Ole Fritze besticht nicht nur mit dem verblassenden Charme und einer erfreulichen selbstgestrickten Ordnung. Da liegen Ersatzteile in Kisten und Kartons oder hängen an Haken von der Wand. Da stehen Fahrradteile herum und der Computer für die Rechnungen scheint ein missliebiger Vertreter der Moderne, dem man die handgeschriebene Rechnung gerne vorziehen würde. Aber die beiden Inhaber wissen, was sie machen, haben für alles ein Ohr und eine Lösung. Da kommt mal ein Nachbar mit seinem Stahlrennrad vorbei und sagt nur kryptisch „acht“ – schon wird der Renner aufgepumpt; ein anderer bringt sein Rad zur Reparatur und lässt einen Ventilator da, den er nicht mehr braucht – „falls es im Sommer wieder so heiß wird.“ Nachbarschaft eben. Dass die beiden aber nicht nur reparieren, sondern auch schöne neue Flitzer auf die Beine stellen können, davon zeugen einige Exemplare, die im Schaufenster stehen oder von der Decke hängen.

  • Die Fahrradfritzen, Eisenacher Straße 63, 10823 Berlin
  • Tel. 030 / 782 93 39
  • Mo-Fr 9.15-18 Uhr
  • Sa 9.15-13 Uhr

Gentle Jaunt – Fahrradladen an der Simon-Dach-Straße

Mitarbeiterin Nadine am Tresen im Fahrradladen Gentle Jaunt

American way of biking, Nadine serviert dazu den Kaffee: Gentle Jaunt     Fotos: Link

Wer den Fahrradladen „Gentle Jaunt“ an der Simon-Dach-Straße betritt, weiß nicht so recht, worüber er sich mehr freuen soll: über die schönen Gravel-Bikes von Marin und Bombtrack oder das große Bikepacking-Sortiment von Marken wie Apidura, Revelate oder Restrap. Oder vielleicht den guten Kaffee? Dazu kommt ein behagliches Interieur aus Holz, rohen Wänden und schlichten Sitzgelegenheiten, die den Besucher vergessen lassen, ob er sich in einem Radladen mit Kaffeeausschank oder einem Cafémit angeschlossenem Fahrradverkauf befindet. Die Einrichtung hat den bodenständigen Charme eines Holzfällercamps.

Gentle Jaunt – Amerikanisches Bikefeeling im Fahrradladen an der Simon-Dach-Straße 

Dieser amerikanische Touch findet sich auch in den Produkten wieder, die der Laden führt. Die einstige Mountainbike-Marke Marin ist mit Urban Bikes und Gravel Bikes vertreten, die Kölner Marke Bombtrack mit ihren Cross- und Gravel-Rädern, viele MTBs mit dicken Reifen zeigen, wo es hier lang geht: dahin wo es nicht asphaltiert-glatt, sondern rau ist, auf Feld-, Wald- und Wiesenwege – oder den erbärmlich schlechten Radwegen der Hauptstadt. Aber auch wunderschöne Stahlräder von Pelago haben wir gesichtet. Für guten Stil am Rad haben sie im „Gentle Jaunt“ etwas übrig. 

Großes Angebot an Lösungen fürs Bikepacking 

Sympathische Mannschaft und guter Kaffee im Gentle Jaunt

Man kann im Gentle Jaunt („Entspannte Ausfahrt“) aber auch einfach sitzen, einen Kaffee trinken und die Atmosphäre einsaugen. Oder sich beraten lassen von Mitarbeitern wie Bastian, der auch den PC nach draußen holt, um zu klären, ob das bevorzugte Bike eine mechanische oder hydraulische Scheibenbremse hat. Sprich: in diesem Fahrradladen wird beraten und gefachsimpelt – und dann erst verkauft. Sehr sympathisch. Genauso wie Nadine hinterm Tresen, die für den Milchkaffee verantwortlich ist. Wer sich für schicke Gravelbikes, die passende Bekleidung und ein breites Sortiment an Bikepacking-Angeboten interessiert, ist hier genau richtig. Ach ja, eine kleine Werkstatt hat „Gentle Jaunt“ auch. Für den Fall aller Fälle.

Ersatzteile im Gentle Jaunt an der Simon-Dach-Straße in Friedrichshain

Liebevoll arrangierte Accessoires für Bike

Gentle Jaunt an der Simon-Dach-Straße in Friedrichshain

Der Laden an der Simon-Dach-Straße

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • The Gentle Jaunt, Simon-Dach-Straße, 10 245 Berlin, Tel.  030 293 666 00, Di-Fr 12–20 Uhr, Sa 10.30-16 Uhr

Falträder von Boxbike

Patrick Möller in dem Geschäft Boxbike

Patrick Möller in seinem Geschäft an der Prenzlauer Allee

Sie waren schon einmal in Mode, verschwanden dann aus der Fahrrad-Szene, doch nun sind Falträder wieder richtig „in“. Bei urbanen Bikern sind sie beliebt, weil man sie praktisch überall mit hinnehmen kann, Pendler schätzen die unaufwändige Mobilität zwischen Wohnung und Bahn oder Zug. Die Faltbikes mit den kleinen Rädchen lassen sich schnell in handliche Gepäckstücke umwandeln. In öffentlichen Verkehrsmitteln muss man für sie nicht einmal eine Fahrradkarte lösen. Aber auch als Freizeitgefährt kommen die kleinen Dinger immer mehr in Mode: „Viele Kunden kaufen sich auch ein Faltrad, um damit beim Wochenendausflug zu fahren“, sagt Patrick Möller, Inhaber der Boxbike in Prenzlauer Berg. Ab in den Kofferraum ohne umständlich einen Dachträger montieren zu müssen und raus ins Grüne – das ist das Motiv des Großstädters für den Kauf eines Ausflugs-Klapprades. Beim Velothon gibt es in diesem Jahr sogar erstmals ein Faltradrennen.

Brompton Rad geklappt

Der Klassiker: ein Brompton, eingeklappt

Falträder aus Überzeugung

Seit drei Jahren betreibt Patrick Möller sein Geschäft mit den Falträdern an der Prenzlauer Allee 206. „Ich würde kein großes Rad mehr fahren“, sagt er, die kleinen Dinger seien einfach viel praktischer. „Ein Faltrad ist das Fahrrad-to-go schlechthin“, erklärt Möller voller Überzeugung. Man trägt es von der Wohnung auf die Straße, fährt damit ins Büro, stellt es dort in einer Ecke ab und radelt wieder nach Hause. Und wenn es regnet, nimmt es in der U-Bahn nur wenig Platz ein. Selbst fährt Möller täglich von seiner Wohnung in Neukölln an die Prenzlauer Allee und beklagt sich höchstens einmal über die schlechten Radwege, nie aber über die kleinen Flitzer. Denn die seien auch für lange Touren geeignet: „Ich habe damit schon Tagestouren von 100 Kilometer unternommen, das geht alles“, sagt er. Vielleicht ist das nur eine Frage der Gewohnheit. Während wir uns bei kurzen Erprobungsfahrten auf dem „Birdy“ oder einem „Brompton“ schnell einigermaßen wohl fühlten, war die Umstellung auf das eigenwillig dreieckige Strida doch eine echte Herausforderung. Man kommt sich vor, als müsse man über ein Drahtseil fahren.

Ein Moulton im Schaufenster

Ein Moulton im Schaufenster

 

 

 

 

 

 

Falträder von Boxbike

Wer ein Faltrad sucht, ist in der Boxbike an einer guten Adresse. Der Laden führt eigentliche alle gängigen Marken. Modelle von Brompton, Birdy, Strika, Tyrell, FSIR Spin, Moulton, Pacific Cycles oder Tern sind im Angebot, auch Dahon haben wir gesehen. Die Räder kann man sich auch individuell verändern lassen. Preislich reicht die Bandbreite von 700 Euro für ein einfaches Strida bis hin zu 3500 Euro für ein Birdy von Riese & Müller mit Roloff Nabenschaltung, hydraulischen Scheibenbremsen und einer Supernova Lichtanlage. Die Roloff-Schaltung ist ein Luxus-Feature, das viel Spaß macht, an die eigenwillige Schaltzentrale eines Brompton muss man sich erst gewöhnen. Sympathie für britischen Spleen könnte dabei vielleicht helfen.

Eigenwilliges Design: das Strida

Eigenwilliges Design: das Strida

Beratung und Zubehör

Wenn man den sozialen Netzen trauen darf, dann steht Beratung in der Boxbike ganz oben. Bei unserem Besuch hatten wir den Eindruck: Möller will, dass seine Kunden das richtige Klapprad finden, er will ihnen nicht eins aufschwätzen. Er schilderte uns Vor- und Nachteile, fragte nach Einsatzzweck und Erfahrungen und half beim Einstellen. Ausprobieren kann man die Räder vor Ort, und auch extra-Wünsche werden erfüllt. Dazu kommt ein reiches Angebot an Zubehör wie schicke Taschen oder Schlösser. Das scheint sich herumgesprochen zu haben. Besucher kommen und gehen. Und eine interessierte Nachbarin, die selbst Lastenfahrräder verkauft, wollte sehen, wie der selbst geschweißte Gepäckträger für den Hinterbau des Lastenrades aussieht, den sich Möller für sein Modell anfertigen ließ. Im Nu entstand eine kleine Expertengruppe vor dem Laden.

  • Boxbike
  • Prenzlauer Allee 206
  • 10405 Berlin
  • Tel. 030 / 60 98 18 61
  • Di – Fr 12 – 19 Uhr
  • Sa 11 – 16 Uhr

 

Fahrradläden in Berlin: Zentralrad

Zentralrad in Kreuzberg

Das Fahrradgeschäft an der Oranienstraße in Kreuzberg

Zentralrad an der Oranienstraße in Kreuzberg ist so etwas wie eine Institution unter den Fahrradläden. Seit 1991 sitzt der Laden an der belebten Oranienstraße und ist eigentlich immer gut besucht. Freundliche Mitarbeiter empfangen den Besucher in dem relativ kleinen Eingangsraum und bieten ihre Hilfe an. Der Radler findet hier alles, was er zum Radlerglück braucht: neue Klingeln oder Sättel, auch die jüngsten Modelle des englischen Sattelherstellers „Brooks“ zum Beispiel, ergonomische Lenkergriffe, zum Teil zu günstigeren Preisen als von den Originalherstellern, Gepäckträger, Helme, Kindersitze, Reifen, Taschen, Beleuchtung und allerlei sonstiges nützliches Zubehör.

Solide Räder für den Alltagsgebrauch bei Zentralrad

Zentralrad hat sich auf solide Räder für den Alltagsgebrauch spezialisiert – wer hier Räder kauft, will Modelle für den alltäglichen Einsatz. Günstige Handelsmarken findet man nicht – Zentralrad steht auf dem Standpunkt: Wer billig kauft, kauft doppelt. Im Programm sind Räder der Marken VSF Fahrradmanufaktur, Gudereit, Patria, Tout Terrain, Idworx, Checker Pig und die Klappräder von Brompton sowie Kinderräder von Puky. Experten wissen, dass die Namen für solide Qualität unter den Trekking- und Tourenrädern stehen, nicht wenige Weltenbummler sind auf Tout Terrain oder der holländischen Edelschmiede Idworx unterwegs.

Werkstatt-Termine vereinbaren

Zentralrad hat natürlich auch eine eigene Werkstatt, getestet haben wir sie noch nicht, sie machte aber einen soliden Eindruck. Allerdings muss man Termine vereinbaren, gerade im Sommer ist Hochbetrieb.

  • Zentralrad, Oranienstraße 20-21, 10999 Berlin-Kreuzberg, Tel. 030 / 615 23 88 (Verkauf), 615 88 85 (Werkstatt), Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–16 Uhr, www.zentralrad.de

 Fahrradladen in Berlin: „auftragsrad“

Fahrradladen auftragsrad

Inhaber Nico Wünsche in seinem Fahrradladen „auftragsrad“

Von seiner Art findet man nicht viele Fahrradläden in Berlin: In Kreuzberg, an der Ecke Markgrafenstraße / Zimmerstraße, hat vor kurzem Nico Wünsche seinen Fahrradladen „auftragsladen“ eröffnet. Es ist ein besonderes Geschäft. Denn hier gibt es keine Räder von der Stange, Wünsche fertigt nur Designer-Räder auf Bestellung an. „Individuelle Räder sind im Kommen, das Fahrrad als Ausdruck des eigenen Lebensstils findet immer mehr Anhänger“, sagt Wünsche. In seinem kleinen Laden verkauft er nur ausgefallene Modelle. darunter viele, die internationale Designer-Preise gewonnen haben. Sie sind nichts für die täglichen Einkaufsfahrt  – dafür aber wunderschön.

Designerräder auf Bestellung

Wünsche fertigt die Designerräder auf Bestellung und nachindividuellen Vorstellungen an. Die Farben der Rahmen kann man wählen, die Anbauteile ebenfalls. Einer seiner Lieblingsrahmen wird von der estnischen Firma „Velonia Bicycles“ hergestellt. Es sind Rahmen ohne Schnörkel, die mit innovativen Formen glänzen und mit Preisen ausgezeichnet wurden. Es gibt zum Beispiel kein Sitzrohr, der Hauptrahmen besteht aus einem Doppelrohr, dazwischen wird eine Sattelstütze befestigt – fertig ist das Fixie.

Rahmen aus Alu, Stahl, Carbon oder Titan

Das Material der Rahmen bei Nico Wünsche kann Stahl, aber auch Titan, Aluminium oder Carbon sein. Wünsche hat vier Rahmen-Grundformen im Programm, darauf werden die Bikes aufgebaut. Was er in seinem Laden stehen hat, dürfte die Fixies-Fans freuen: puristische Velos mit und ohne Bremse, aber auch Modelle, die mit Rücktrittsbremsen versehen sind. Dabei gilt: keine Massenware. Kurbeln oder Bremsen von japanischen Volumenherstellern findet man hier nicht. Stattdessen individuell gefräste Kettenblätter und Spezialanfertigungen für Bremsenaufnahmen.

 

Ästhetische Räder, moderne Komponenten

Wünsche, in Pankow geboren und ein „Fahrradfreak“, wie er sagt, ist ein Ästhet. Und so hat er auch Räder des Hamburger Herstellers „Bellitanner“ im Programm, die auf Retro-Charakter setzen oder mit ihrem klassischen Diamantrahmen in gelb-schwarzer Farbe auf die Taxis in New York anspielen. Auch bei den Komponenten ist Wünsche modern und stylisch. So findet man bei ihm die innovativen Pedale von Moto Urban an verschiedenen Modellen. Für den stylishen Auftritt des urbanen Bikers bietet der Laden auch auch passende Hemden, Jacken, Schlösser, Taschen und Helme an.

Preise

Billig sind die Räder nicht, das Individuelle hat seinen Preis. Das Design-Schmuckstück aus der estnischen Radschmiede steht mit 2690 Euro im Laden, das Bellitanner Fixie mit New Yorker Taxi-Look kostet 1590 Euro. Aber solche Räder fährt eben auch nicht jeder.

Fahrradladen Berlin: Zweirad Henel in Zehlendorf

Zweirad Henel

Zweirad Henel an der Berliner Straße / Ecke Winfriedstraße

Zweirad Henel in Zehlendorf bezeichnet sich selbst als „ältestes Fahrradgeschäft“ des Bezirks. Ob das so ist, soll hier nicht nachgeprüft werden – sicher ist es aber eines der kundenfreundlichsten Geschäfte Zehlendorfs. Das Geschäft in einer Ladenzeile an der Berliner Straße / Winfriedstraße ist das, was man ein Familiengeschäft an der Ecke nennt. Inhaber Frank Henel steht selbst im Laden und berät seine Kunden gerne und ausführlich. Die sind keine Power-Radler, sondern durchschnittliche Radfahrer mit durchschnittlichen Wünschen. Da werden neue Reifen gekauft, Schlösser und Fahrradkörbe, Henel hat aber auch die ganze Zubehörpalette im Angebot, angefangen bei Helmen über Lichtanlagen bis hin zu Ketten, Pedalen oder Fahrradcomputern. Und natürlich Fahrräder. Das Angebot richtet sich an eher komfortorientierte Alltagsradler und Familien, sportliche Rennradler sind in anderen Geschäften besser aufgehoben. Obwohl man bei Henel auch immer wieder solche Rennräder findet, die sich gut verkaufen. Ausgefallenes ist aber die Sache des Ladens nicht.

Henel punktet mit gutem Service

Dafür punktet das Geschäft mit gutem Service. Die Mechaniker verstehen etwas von ihrem Handwerk, und das nicht nur, wenn es darum geht, Schrauben nachzuziehen. Mütter mit Kindern bringen Räder für Reparaturen vorbei, die Mitarbeiter erklären freundlich Aufwand und zeitlichen Umfang der Arbeit. Auch kompliziertere Dinge wie die Verlängerung eines Steuerrohres sind für sie keine Probleme. Henel ist der klassische Radladen um die Ecke. Und diese Nachbarschaft wird auch gepflegt. Auf dem Vorplatz vor dem Geschäft findet jedes Frühjahr an einem Samstag ein kleines Frühlingsfest statt. Gut besucht ist es immer. Man könnte fast sagen: Das gehört sich für eine Familie.

  • Zweirad Henel, Berliner Straße 35 a, 14169 Berlin, Tel. 030 / 811 44 52, Mo–Fr 9–18 Uhr, Sa 9–14 Uhr

Zweirad-Stadler – Der Supermarkt für Fahrräder

Verkaufshalle von Stadler in einem ehemaligen BVG-Depot in Charlottenburg    Foto: Link

Verkaufshalle in einem ehemaligen BVG-Depot in Charlottenburg          Foto: Link

Es ist unter Fahrradfahrern ja etwas verpönt, sein Rad bei Großanbietern zu kaufen oder reparieren zu lassen. Die kleinen, feinen Läden mit Spezialanfertigungen, mit handgefertigten Rädern und viel Liebe für das Handwerk haben einen besseren Ruf als die Fahrrad-Discounter. Wer etwas auf sich hält, kauft sein Rad beim Laden um die Ecke.

Ich will hier aber mal eine Lanze für einen der Großen brechen. Im ehemaligen BVG-Busdepot in Charlottenburg – und seit über einem Jahr auch in Prenzlauer Berg – sitzt Zweirad-Stadler. Wahrlich ein Großer in Berlin. In der Verkaufshalle könnte man  umherfahren, wenn man wollte – es gibt allerdings auch eine separate Teststrecke. Der Laden ist fast immer gut besucht. Hier findet man vom Tretroller über Lastenräder und Anhänger, über bequeme City-Bikes, schicke Mountainbikes und Rennräder bis hin zu Bekleidung alles rund ums Fahrrad. Ein Laden, dem die Kunden zulaufen, ohne dass er etwas dazu tun müsste – so könnte man meinen. Man erwartet da eine gewisse Arroganz der Personals, Desinteresse an Kundenwünschen.

Service und Kaufpreis

Dem ist nach meinen Erfahrungen aber nicht so. Ich habe stets engagierte, kundige Berater angetroffen, Unsinn wurde mir selten erzählt, mit Ignoranz wurde ich nie abgespeist. Es kann allerdings sein, dass diese Servicefreundlichkeit etwas damit zu tun, was man für sein Rad ausgeben will. Eine ältere Dame erzählte mir vor kurzem, dass die Beratung beim Kauf eines preiswerten Klapprades doch sehr zu wünschen übrig ließ, während die „älteren Herrn in Rennradmontur“, wie sie sich ausdrückte, sich vor Beratern kaum retten konnten. Fehlkäufe wurde mir übrigens schnell umgetauscht.

Schnelle Werkstatt

Ein Lob hat nach meinen Erfahrungen die Werkstatt verdient. Kleine Schäden wurden stets schnell repariert, etwa gerissene Speichen. Auch ein Umbau am Lenkkopf wurde zeitig erledigt. Und Stadler in Charlottenburg klebt auch nicht an einer Markenbindung. Das findet man nicht überall.

Zweirad Stadler, Königin-Elisabeth-Str. 923, 14057 Berlin, Tel. 030 / 30 67 0. Mo–Do 10–20, Fr+Sbd 10–21 Uhr.
August-Lindemann-Str. 9, 10247 Berlin, Tel. 030 / 200 67 250, Mo–Do 10–20, Fr+Sbd 10–21 Uhr. www.zweirad-stadler.com

 

 

Pedalum Mobile – Nicht nur für Fans von Specialized

Pedalum Mobile an der Brunnenstraße in Mitte  Foto: Link

Pedalum Mobile an der Brunnenstraße in Mitte                                  Foto: Link

Für Freunde der US-Marke Specialized gibt es an der Brunnenstraße in Mitte eine Radladen, der sich an warmen Sommertagen durchaus zu einer Pilgerstätte mausern kann. Es ist Pedalum Mobile, ein Laden mit modern-übersichtlichem Design, der sich gern an eine sportliche Kundschaft wenden möchte. Trendy und locker drauf soll der urbane Biker sein, den man hier im Ziel hat.

Sportliche Räder für sportive Biker

Entsprechend sportiv ist das Angebot an Fahrrädern – Specialzed ist mit seinen manchmal etwas eigenwilligen, aber durchaus ergonomischen Rahmenformen in allen Segmenten vertreten. Das reicht vom City-Bike „Specialized Globe“ mit Fahrradkörbchen vorne über das Cross-Bike „Crux Expert“ mit Scheibenbremsen hin zur Roubaix-Familie und ihren Abkömmlingen unter den Rennrädern. Aber auch andere Marken sind im Angebot. Man findet Trekking-Räder oder auf retro getrimmte Klassiker von VHS Fahrradmanufaktur, unter den Tourenrädern ist das eine oder Steppenwolf, im MTB-Bereich dominiert dann wieder Specialized.

Service und Beratung

Beim Service kennen die Leute von Pedalum Mobile aber keine Markenbindung – wir haben Radler im Laden getroffen, die andere Marken als Specialized zur Reparatur brachten. Und man bemüht sich um gute Beratung. Für den Kaufwunsch eines Rennrades wurde ein extra Termin zum Vermessen vorgeschlagen, damit der Renner auch wirklich passt. Und eine Probefahrt wäre auch drin gewesen. Allerdings gibt es auch einig kritische Stimmen im Netz über verpatzte Bestellungen und schlechten Reparatur-Service.  Die breite Zubehör-Palette überzeugt dann, wenngleich sie sehr an die US-Marke angelehnt ist. Der Alltagsradler hat hier vielleicht etwas weniger Auswahl als bei einem Händler, der so markengebunden ist.

Pedalum Mobile
Brunnenstr. 171
10119 Berlin
Tel. 030/449 63 89
Mo–Fr 10–20 Uhr, Sbd. 10–15 Uhr.
www.pedalum-mobile.de

Radsport Christoph – Perle im Gesundbrunnen-Viertel

Radsport Christoph in der Badstraße in Wedding   Foto: Link

Radsport Christoph an der Grüntaler Straße in Wedding                            Foto: Link

Im Trubel des Geschäftslebens um das Gesundbrunnencenter geht ein Fahrradladen fast unter, der in einer Querstraße der Badstraße liegt und den man zu empfehlenswerten Radläden in Berlin zählen muss. Es ist Radsport Christoph an der Grüntaler Straße.

Der Laden hat Tradition: Seit 1936 schon verkauft der Familienbetrieb Fahrräder. Er ist  einer jener engagierten Fahrradhändler, die ihren Kunden nicht Massenware, sondern ausgesuchte Qualität zu erschwinglichen Preisen bieten. Das Geschäft hat unter anderem die Marken Stevens, Cube, Bulls, Bergamont, Diamant, Focus, Univega und Dahoon im Sortiment. Es sind eher sportliche Typen, aber auch City-Radler, die ein Einkaufs-Fahrrad suchen, und Eltern werden hier fündig, die Kinderfahrräder suchen. Vertreten sind eigentlich alle Kategorien vom Fitnessbike über Cross- und Trekking-Räder bis hin zu Urban Bikes, Rennrädern, Falt- und Einrädern. Verteilt sind die Fahrräder auf zwei Etagen in dem gut sortierten Geschäft. Für kleine Probefahrten reicht der Raum in der oberen Etage aus.

Den Service würde ich bei Christoph als ausgesprochen gut bezeichnen. Man wird kompetent beraten, nicht der Verkaufsabschluss steht im Mittelpunkt eines Gesprächs, es ist eher die Frage, wie der Kunde das für ihn besten Rad findet. Dazu gehört auch, dass spontane Probefahrten möglich sind – die Runde um den Block kann man ohne große Komplikationen absolvieren. Zubehör gibt es hier natürlich auch, und die zahlreichen Sonderangebote im Herbst sind immer einen Blick wert.

Radsport Christoph
Grüntaler Straße 2
13357 Berlin
Tel. 030 / 49 30 80 80
Mo-Fr 10–19, Sbd. 10–16 Uhr
www.radsport-christoph.de

Velophil – Der besondere Fahrrad-Laden in Moabit

Fast unscheinbar an der Straße Alt-Moabit: Velophil

Fast unscheinbar an der Straße Alt-Moabit: Velophil                                          Foto Link

„Velophil“ in Moabit ist ein echter Tiefstapler. Von außen traut man dem Laden kaum zu, dass man drin mehr als eine Speiche und eine Luftpumpe bekommt. Denn auf eine aufwändige Fassadengestaltung verzichtet das Fahrradgeschäft weitgehend. Nur der Schriftzug „Velophil“, der sich senkrecht im Türbereich und neben einem Schaufenster befindet, weist auf das Geschäft hin.

Britisches Understatement

Das ist echtes Understatement, denn innen ist „Velophil“ eines der feinsten Fahrradgeschäfte, das Berlin hat. Das betrifft nicht nur die freundliche Gestaltung in Holz, sondern vor allem natürlich das Angebot an Rädern. „Velophil“ hat Marken des gehobeneren Segments mit hohem Nutzwert für den Alltag im Angebot. Das sind Reiseräder von Riese & Müller, Patria, Tout Terrain, Velotraum und Norwid. Man findet alltagspraktische Gefährte wie die von VHS, die selbst zusammstellbaren Räder von Böttcher und das breite Spektrum der Hamburger Marke Stevens. Dazu kommen Falträder von Brompton und Birdy, und natürlich die ganze Bandbreite modernen Zubehörs vom Anhänger über Regenbekleidung bis zu Akkuleuchten. An Rennrädern bietet „Velophil“ zwar nur die Marke Stevens an, aber deren Produkte sind ja nicht von schlechten Eltern, im Gegenteil.

Der Service zählt

Was „Velophil“ neben dem großen Angebot, das man auf Lager hat, zu einem besonderen Fahrradladen macht, ist der Service. Die Mitarbeiter sind kompetent und an den Kundenwünschen interessiert, die Beratung ist gut. „Veolophil“ bietet eine Ergonomieberatung an und ermittelt die passende Breite des Sattels. Beim Kauf ist man kulant. Einen Sattel wieder umzutauschen ist genauso möglich wie die Probefahrt ums Karree. Und die Werkstatt ist topp und schnell. Morgens gebracht, abends gemacht: Auch dafür steht Velophil.

Vieles rund ums Radfahren

Zudem bietet Velophil noch viel Extra-Service rund ums Fahrrad an. Dazu gehören Werkstatt- und Ostheopathie-Kurse, man bietet Touren mit dem Rennrad und dem Mountainbike an, gelegentlich finden Dia-Vorträge oder Besuche bei großen Fahrrad- oder Komponentenherstellern an. Hinter dem unscheinbaren Äußeren versteckt sich tiefe Leidenschaft fürs Fahrrad. Was will man als Kunde mehr?

Velophil
Alt-Moabit 72
10555 Berlin
Tel. 030 / 399 02 116
Mo–Fr 10–19, Do 10–20, Sbd. 10–16 Uhr
www.velophil.de