Aus der Zeit gefallen

 

Warum fahren wir bei diesem Wetter eigentlich noch Rad? Es ist kalt, es ist nass, es ist (meist) dunkel, man wird schlecht gesehen – eigentlich sind tiefer Herbst und nasskalte Wintertage die Saison fürs Auto. Aber ich sehe und treffe sie täglich immer noch, die Verwegenen und Unerschütterlichen auf ihrem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Wir Radfahrer werden weniger in diesen Tagen, doch im Dunkeln leuchten einem gar nicht so wenige Lichter entgegen.

Artenschutz? Nein, Aufmerksamkeit!

Wahrscheinlich geben alle Radfahrer, die Wind und Wetter trotzen, dem uralten Bedürfnis der Menschen nach, sich im Freien zu bewegen, an der Luft zu sein, auch bei miesem Wetter den eigenen Körper zu spüren. Etwas Atavistisches also, ein urzeitliches Verhalten, etwas ganz und gar Unmodernes. Nichts jedenfalls, das mit den Anforderungen an ein modernes Bürodasein kompatibel wäre, das klimatisierte Rundumversorgung impliziert und einen Daueranspruch auf wetterunabhängige Wohltemperiertheit.
Radfahrer liegen im Winter quer zur Zeit, sind eher Abkömmlinge eines Ötzi als Fackelträger der modernen digitalen Welt, die sich mit einem Fingerwisch durchs virtuelle Leben zappt. Artenschutz brauchen wir deswegen noch nicht. Aber vielleicht ein bisschen Aufmerksamkeit.

Herbst

Herbstzeit ist Apfelzeit Foto: Amelie

Herbstzeit ist Apfelzeit                                                                                      Foto: Amelie

Heute will ich ein paar Herbstaufnahmen zeigen, die in den vergangenen Tagen entstanden sind. Der Herbst hat auch seine schönen Seiten, auch wenn er uns Radler mit Wind, Regen und früher Dunkelheit ärgern will. Doch es gibt auch trockene, schöne Tage, und Radfahren ist sowieso keine Frage des Wetters, sondern der passenden Kleidung, oder?

Ein Kahn auf dem Hohennauener See Foto: Link

Ein Kahn auf dem Hohennauener See                                                         Foto: Link