Volksentscheid Fahrrad: Senat plant PR-Kampagne

 

Radweg Schöneberger Ufer

Solche Radwege sollten der Vergangenheit angehören: Strecke am Schöneberger Ufer F: Link

Die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ bekommt offenbar Gegenwind von einer möglichen PR-Kampagne des Senat – so sieht es zumindest die Initiative. Sie bezieht sich auf die Suche des Senats nach einer Agentur, die die „Kommunikationslinie für alle Maßnahmen und Aktivitäten des Berliner Senats im Bereich der Radverkehrsförderung und -planung…“ erarbeitet. Die entsprechende Ausschreibung läuft noch bis zum 13. Mai um 12 Uhr. „Der Senat hat es über Jahre nicht geschafft, seine Hausaufgaben in Sachen Radverkehr zu erledigen. Stattdessen suchen die Politiker nun eine PR-Agentur, die die mäßigen Leistungen besser verkaufen soll“, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative.

Volksbegehren für ein verbindliches Fahrradgesetz

Die Initiative Volksentscheid Fahrrad sammelt derzeit Unterschriften für ein Volksbegehren zu einem Radverkehrsgesetz, mit dem der Fahrradverkehr in Berlin merklich verbessert werden soll. Bis Ende Juni sollen 20 000 Unterschriften vorliegen. An einem Volksentscheid müssten sich dann 170 000 Unterstützer beteiligen. Die Initiative hat ihren Gesetzesvorschlag bereits am 11. April dem Senat zur Kostenschätzung übergeben. In dem „Gesetz zur Förderung des Radverkehrs“ werden unter anderem 350 Kilometer Fahrradstraßen sowie acht bis zehn Radschnellwege durch die Stadt mit fünf Metern Breite gefordert. Die Initistive sieht die Ausschreibung des Senats nun als Reaktion der Politik, das Volksbegehren zu konterkarieren.

Verwunderung über Zeitpunkt der Senats-Initiative

Verwundert zeigt sich die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ über den Zeitpunkt, zu dem der Senat nach eine PR-Agentur für seine Fahrradaktivitäten sucht. „Jetzt agiert der Senat gegen den Volksentscheid Fahrrad schon vor der ersten Unterschrift“, zitiert der „Tagesspiegel“ einen Mitarbeiter. Pikant daran ist: Mitte März hatte der Senat das Berliner Abstimmungsgesetz geändert. Nun ist es dem Senat erlaubt, mit steuerfinanzierten Werbemitteln auf Volksentscheide zu reagieren. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Verwaltung weist Vorwürfe zurück

Die Verwaltung weist natürlich die Vorwürfe zurück. Die Ausschreibung habe nichts mit dem geplanten Volksentscheid zu tun, heißt es. „Wir gehen nicht auf Konfrontation zum Volksentscheid“, wird der Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Martin Pallgen, im „Tagesspiegel“ zitiert. Die Maßnahme sei schon länger in Planung und solle die Radverkehrs-Vorhaben der Politik grundsätzlich unterstützen.

 

Volksbegehren Fahrrad: Initiative übergibt Senat Gesetzesvorschlag

Solchen "Radwegen" will die Initiative den Kampf ansagen Foto: Link

Auch solchen „Radwegen“ will die Initiative den Kampf ansagen                 Foto: Link

Die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ hat ihren Gesetzentwurf zur Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer dem Berliner Senat übergeben. Damit will die Initiative Druck ausüben, dass der Senat seine selbstgesteckten Ziele aus dem Jahr 2013 auch umsetzt. Der 21 Paragraphen umfassende Gesetzesvorschlag sieht zunächst zehn Schritte vor, die Radfahren in Berlin sicherer und attraktiver machen sollen. Dazu gehören zum Beispiel 350 Kilometer Straßen mit Vorrang für Radfahrer, zwei Meter breite Radwege an jeder Hauptstraße und 100 Kilometer Schnellwege. Ab Mitte Mai will die Initiative mit der Sammlung von Unterschriften für das Volksbegehren beginnen.

Zehn Ziele der Initiative

Die zehn Ziele der Initiative sind folgende:

  1. 350 Kilometer sichere Fahrradstraßen auch für Kinder
  2. Zwei Meter breite Radwege an jeder Hauptstraße
  3. 75 gefährliche Kreuzungen pro Jahr sicherer machen
  4. Transparente sowie schnelle und effektive Mängelbeiseitigung
  5. 200 000 Fahrradparkplätze an ÖPNV-Haltestellen
  6. Grüne Welle für den Radverkehr an mindestens 50 Abschnitten von Hauptstraßen
  7. 100 Kilometer Radschnellwege für den Pendelverkehr
  8. Fahrradstaffeln bei Polizei und Ordnungsämtern
  9. Mehr Personal in der Verwaltung, das sich um den Radverkehr kümmert
  10. Werbung für das Radfahren (Sensibilisierung der Öffentlichkeit)

Die Kosten für die Umsetzung belaufen sich nach Berechnungen der Initiative Volksentscheid Fahrrad auf 320 Millionen Euro, verteilt auf sieben Jahre. Umgelegt auf ein Jahr, ist das etwas mehr als das Dreifache, das der Senat derzeit für den Fahrradverkehr ausgibt.

Das Volksbegehren Fahrrad

Dem Senat liegt nun der Antrag auf das Volksbegehren Fahrrad zur Prüfung vor. Hat er festgestellt, dass die Formalia wie genügend Unterschriften (20 000), seine Zuständigkeit und ein begründeter Gesetzentwurf vorliegen, so kommt es zu einem Volksbegehren. Dafür müssen innerhalb von vier Monaten 170 000 Unterschriften gesammelt werden. Dann hat das Abgeordnetenhaus vier Monate Zeit, um darüber zu diskutieren. Es kann den Entwurf annehmen, aber auch einen eigenen gestalten. Wird die Gesetzesvorlage nicht übernommen, so kommt es zu einem Volksentscheid. Mindestens ein Viertel der Wahlberechtigten muss dem Entwurf zustimmen, damit er Gesetzeskraft erlangt.

Reaktionen auf die Initiative

Die Berliner Verwaltung reagierte – naturgemäß? – verhalten auf die Initiative. Per Gesetz den Umbau Berlins zu einer fahrradfreundlichen Stadt vorzuschreiben, sei der falsche Weg, sagte der Sprecher der Verkehrsverwaltung, Martin Pallgen, in der Berliner Morgenpost. „Kluge Verkehrspolitik ist immer ein Aushandlungsprozess zwischen den Beteiligten“, zitiert ihn die Zeitung. Vieles sei zudem unrealistisch oder nicht umsetzbar. Auch Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) äußerte sich skeptisch. Im Inforadio sagte er, es fehle zwar an Tempo bei der Gestaltung eines fahradfreundlicheren Berlin, ein Gesetz sein aber keine Hilfe: „Wir brauchen einen Aushandlungsprozess und keine Vorgaben, die das Ganze noch schwieriger machen“. Im Prinzip hat Berlin ein Verwaltungsproblem. Gaebler: „Wir haben ein Umsetzungsproblem und müssen sehen, wie wir schneller werden“.

Im März hatte Bausenator Andreas Geisel (SPD) im Abgeordnetenhaus schon gesagt, dass das Anliegen zwar sympathisch sei, man mit einem Gesetz die Umverteilung des öffentlichen Raumes aber nicht erzwingen könne. Grünen-Sprecher Stefan Gelbhaar bezeichnete die Initiative dagegen als „Notwehr gegen eine Politik, die den Radfahrern das Leben schwer macht“. Inzwischen haben sich Verbände und Organisationen wie der ADFC Berlin, Greenpeace und der BUND hinter die Initiative gestellt.

Zur Website der Initiative geht es hier.

ADFC will mehr Radschnellwege

Fahrradfahrer und Auto Enge in der Stadt

Eng geht es zu in vielen Städten wie in Berlin – Radschnellwege könnten helfen     ADFC

Der ADFC hat in der Diskussion des Bundesverkehrswegeplans mehr Radwege gefordert. Das Konzept des Verkehrsministeriums sei „aus dem letzten Jahrhundert“, sagte ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkard Stork. Der Bund schlage in dem Plan den innerstädtischen Ausbau von Bundesstraßen vor, gefordert seien hingegen mehr und bessere Radwege. „Wir wollen, dass der Bund vor jedem innerstädtischen Autobahnprojekt zwingend prüft, ob nicht ein Radschnellweg die lokalen Fahrten aufnehmen kann“, erklärt der Verband.

Radschnellwege können Straßen ersetzen

Hintergrund für die Forderung des ADFC sind Erfahrungen aus den Niederlanden mit Radschnellwegen sowie die Statistik. Danach ist heute die Hälfte aller Autofahrten weniger als fünf Kilometer lang. Diese könnten genauso gut mit dem Rad zurückgelegt werden, sagt der ADFC. In den Niederlanden fahren bereits 25 Prozent aller Berufspendler mit dem Fahrrad oder Pedelec, in Deutschland sind es nur elf Prozent.

Klimaziele nur mit mehr Fahrradverkehr erreichbar

Der ADFC macht auch darauf aufmerksam, dass die Klimaziele nur mit einer Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und einer Steigerung umweltfreundlicher Verkehrsarten erreicht werden können. So rechne das Bundesverkehrsministerium bis 2030 mit einer Zunahme des Personenverkehrs um 13 Prozent und des Güterverkehrs um 38 Prozent. Die Klimavereinbarungen von Paris erforderten jedoch eine Verringerung des Personenverkehrs um 10 Prozent pro Dekade. Das sei mit den Zielen im Bundesverkehrswegeplan nicht zu machen, so der Verband. Der Bund müsse umdenken und andere Prioritäten setzen.

Radschnellroute – ADCF lädt zum Wettbewerb ein

Radbahn Berlin

Idee des Radschnellweges mit einem Kreuzungsbereich unter der U-Bahnlinie 1     Foto: Radbahn

Offenbar angestachelt von dem Vorschlag einer Radschnellroute entlang der U-Bahnlinie 1 hat der ADFC Berlin einen Wettbewerb gestartet. Es geht um Radschnellwege durch Berlin. Wer sich ein schnelleres Durchqueren der Stadt wünscht, kann ab sofort seine Vorschläge auf der Website des ADFC Berlin hinterlegen. Eine Jury bewertet die Vorschläge, die besten werden veröffentlicht und an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung weitergegeben.

Radschnellroute – Kriterien für die Vorschläge

Die vorgeschlagenen Radschnellrouten sollten folgende Kriterien erfüllen:

  • Mindestlänge fünf Kilometer
  • wenig Kreuzungen
  • Mindestbreite vier Meter
  • wenig enge Kurven und Steigungen haben

Die Steigungen dürften im Flachland Berlin kein Problem sein, schwieriger wird es aber beim geforderten Verzicht auf Kreuzungen. Eine möglichst kreuzungsfreie Strecke wäre ja das A und O von Radschnellrouten.

Radschnellrouten – Vorschläge mit GPSies

Vorschläge mit den Schnellstrecken kann man mit dem Tool GPSies erstellen. Wie das funktioniert, ist auf der Seite des ADFC genau beschrieben. Man lädt die Url der erstellten Route dann auf die ADFC-Seite hoch. Dort sollen die von der Jury beurteilten Vorschläge veröffentlicht werden. Einsendeschluss ist der 1. Juli 2016.

Herausforderung an Kiez-Kenner

Der Wettbewerb dürfte vor allem eine Herausforderung an Kiez-Kenner sein. Wie man „Schleichwege“ abseits der von Autos überfrachteten Strecken nutzen oder anlegen könnte, dürften sie am besten wissen. Es dürfte nicht so schwer, dass eine Art „Crowdfunding“ von Ideen mehr Vorschläge zutage fördert als das Wissen von Experten in Büros.

Senat lahmt bei Verbesserungen für Fahrradverkehr

Die Ausnahme: Am Moritzplatz gibt es neue Radspuren

Die Ausnahme: Am Moritzplatz gibt es neue Radspuren                                   Foto: Link

Der Berliner Senat hinkt seinen eigene Ansprüchen bei der Verbesserung der Infrastruktur für den Fahrradverkehr hinterher. Das ergab jetzt die Antwort auf eine Anfrage der Piraten im Abgeordnetenhaus. Die Partei wollte von der Verwaltung wissen, wie weit die Umsetzung der Verbesserungen fortgeschritten seien, deren Notwendigkeit  eine Online-Umfrage des Senats 2013 zutage gefördert hatte. 35 000 Umfrage-Teilnehmer brachten damals 5000 Vorschläge ein. Im Mai 2014 hatte der Senat die 30 dringlichsten Projekte aufgelistet. Jetzt sind gerade einmal zwei Vorhaben umgesetzt.

 Nur zwei Verbesserungen für Fahrradverkehr

Lediglich am Moritzplatz wurden im Kreisverkehr zusätzliche Fahrradspuren auf den Asphalt aufgetragen und am Lützowplatz wurden die Radwege rot eingefärbt. Ansonsten seien Prüfungsaufträge erteilt worden beziehungsweise Vorschläge abgelehnt worden. „Der Senat gibt sich Mühe, den Eindruck zu erwecken, die im Mai 2014 vorgestellte TOP-30-Liste als Ergebnis des Online-Dialogs zum Radverkehr würde tatsächlich abgearbeitet. Tatsächlich ist es in 1,5 Jahren nur an zwei Orten gelungen, wirksame Maßnahmen zum Schutz von Radfahrenden zu ergreifen“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der Piraten, Andreas Baum. 2014 habe der Senat noch erklärt, 90 Prozent der Verbesserungsvorschläge deckten sich mit objektiven Unfallschwerpunkten, so seien es jetzt nur noch 50 Prozent, kritisiert Baum.

Verzögerungspolitik am Hermannplatz

In der Umfrage war zum Beispiel der Hermannplatz als ein Unfallschwerpunkt genannt worden. Jetzt würden die schon seit 2009 bekannten Umbaupläne erneut diskutiert. Mit einem Umbau sei kurzfristig nicht zu rechnen, schreibt die „Berliner Morgenpost“. Der Sprecher kritisiert zudem, dass die Fahrradinfrastruktur insgesamt nur dort verbessert werde, wo der Autoverkehr nicht eingeschränkt würde. Der Weg zu einer Fahrradstadt Berlin scheint sich im Verwaltungsgestrüpp zu verlieren.

Zur Senats-Antwort geht es hier.

 

 

Fahrrad-Monitor 2015: Klima hat sich verschlechtert

Radfahrer in Berlin

In vielen Städten haben Radfahrer wenig Platz auf den Straßen                                   ADFC

Das Fahrradklima ist 2015 in Deutschland schlechter geworden – darauf weist der ADFC hin. Der „Fahrrad-Monitor“, den die Bundesregierung im Abstand von zwei Jahren jeweils erstellt, zeige fallende Werte für die Beliebtheit des Fortbewegungsmittels „Fahrrad“. Während nach einer Infas-Umfrage 2011 nur 34 Prozent „selten oder nie“ aufs Fahrrad stiegen, waren es 2013 schon 38 Prozent. Die Aussage „Radfahren macht in meiner Gemeinde Spaß“ hätten 2011 noch 65 Prozent unterschrieben, 2013 waren es nur noch 56 Prozent.

Fahrradmonitor 2015: ADFC kritisiert Bundesregierung

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkkard Stork macht die Verkehrspolitik von Bund und Ländern für diesen Rückgang im Fahrrad-Monitor 2015 verantwortlich. „Der rückläufige Trend bei der Fahrradnutzung liegt nicht am Wetter oder am inneren Schweinehund der Menschen – das liegt an den widrigen Verhältnissen, mit denen sich Radfahrer in den meisten Städten herumschlagen müssen. Wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, verfehlt Deutschland die ohnehin nicht besonders hoch gesteckten Ziele des Nationalen Radverkehrsplans“, sagte Stork. Der Trend sei umso unverständlicher, als die Bereitschaft der Menschen steige, aufs Fahrrad umzusatteln – gerade im Berufsverkehr. Es würden immer mehr Fahrräder gekauft, doch die Verkehrs- Infrastruktur hinke nach wie vor hinterher.

Radfahrer fühlen sich unsicher

Gründe für das verschlechterte Fahrradklima sehen die Befragten darin, das es zu wenig Radwege und gleichzeitig zu viel Verkehr gebe. Das gaben 67 Prozent der Befragten an. 48 Prozent fühlten sich auf dem Fahrrad unsicher – das ist der gleiche Wert wie 2011.

ADFC fordert bessere Infrastruktur für Radfahrer

Der ADFC fordert nun ein Bundesprogramm für Radschnellwege, Planungshilfen für die Kommunen und das Bekenntnis des Bundes zum Fahrrad als Lösung für viele Verkehrsprobleme. Nach dem „Nationalen Radverkehrsplan 2020“ der Bundesregierung soll der Anteil des Fahrradverkehrs 2020 bei 15 Prozent liegen. Derzeit beträgt er in Deutschland etwa zehn Prozent. „Fahrradnationen“ wie die Niederlande oder Dänemark erreichen 30 Prozent. Wenn der Bund nicht mehr investiere, werde das Ziel von 2020 nicht erreicht.

Details zum Fahrrad-Monitor 2015 gibt es hier.

Radweg auf der Autobahn

Neulich ist uns ein Fuchs begegnet auf der Stadtautobahn zwischen Zehlendorf und Schöneberg, der so genannten Westtangente. Genau an der Stelle, wo die Westtangente über die Stadtautobahn Richtung Neukölln und Charlottenburg führt. Eine so beschauliche Begegnung mit einem Tier auf einer Hauptverkehrs-Trasse spricht eigentlich dafür, dass man sie auch anders verwenden könnte – zum Beispiel für Fahrräder. Warum also nicht einen Radweg auf der Westtangente zwischen Sachsendamm und der Schloßstraße in Steglitz anlegen?

Originelle Idee

Die Idee zu diesem Radweg stammt von dem 59-jährigen Architekten Matthias Bauer, und sie scheint so abwegig nicht zu sein, wenn man in Berlin schon über einen Radweg unter der Hochbahn der U 1 nachdenkt. Bauers Vorstellung: Man kappt von den drei Spuren, die die Westtangente hat, rechts und links eine und schafft dafür Platz in der Mitte der Autobahn für Fahrräder. Eine Animation seiner Idee findet sich auf dem Gleisdreieck-Blog. Laut Tagesspiegel soll sich der ADAC mit Sympathie für die Idee geäußert haben, die Senats-Verkehrsverwaltung steht der Sache – naturgemäß? – skeptisch gegenüber. Man könne nicht eine Autobahn zur Landstraße herabstufen, zitiert der Tagesspiegel einen Sprecher.

Berlin fehlt es an Radwegen für Pendler

Bauers Idee mag abstrus erscheinen, aber sie hat einen wahren Kern: Berlin fehlt es an gut befahrbaren Radwegen für lange Strecken durch die Stadt. Wer mit dem Fahrrad täglich über zehn, 15 oder 20 Kilometer zur Arbeit pendeln will, weiß das: Die Tour geht über Radwege, die den Namen nicht verdient haben, sie wird permant von Autos unterbrochen, die auf den so genannten Radwegen parken, die Radweg sind schmal, man teilt sie sich mit Fußgängern, Kinderwagen etc. Vor diesem Hintergrund sind übergeordnete Radwege dringend nötig. Man kann sich allerdings nicht so recht vorstellen, dass sich Berlin dazu durchringen wird – wenn man schon Schwierigkeiten hat, das jährlich vorgesehene Geld für die Instandhaltung der Rad-Infrastruktur auszugeben.

 

Volksentscheid Fahrrad: Gesetzentwurf beraten

Sternfahrt Berlin

Mit einer Sternfahrt machen Berlins Fahrradfahrer jährlich Druck für ein besseres Radwege-Netz

Die Initiative „Volksentscheid Fahrrad“ hat am vergangenen Wochenende einen ersten Entwurf für ein Berliner Fahrradgesetz beraten. Vorrangig soll darin ein Netz von sicheren Radwegen vorgeschrieben werden, es geht um mehr Sicherheit an Kreuzungen oder eine „grünen Welle“ fürs Fahrrad sowie sichere und komfortable Pendlerstrecken in der Stadt. So sollen bis 2020 rund 200 Kilometer echte Fahrradstraßen von fünf Metern Breite angelegt werden und an allen Hauptstraßen mindestens zwei Meter breite asphaltierte Wege entstehen. Die initiative „Volksentscheid Fahrrad“ will mit einem Plebiszit Druck auf den Senat ausüben, die Radverkehrsstrategie von 2004 endlich umzusetzen. Bis Ende April 2016 sollen 20 000 Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt werden. Sie könnte danach dann durchgeführt werden.  Dafür müssten innerhalb von vier Monaten 170 000 Unterschriften gesammelt werden.

ADFC beklagt Berliner Schneckentempo

Auf seiner Internetseite beklagt der ADFC das langsame Tempo bei der Umsetzung der 2004 vereinbarten Radverkehrsstrategie. Schon im vergangenen Jahr hatte der Verband dem Senat vorgeworfen, es fehle der politische Wille, die Situation für die Radfahrer in der Stadt umfassende zu verbessern. Er fordert unter anderem eine ausreichende Ausstattung der Bezirke mit Personal, zehn Vollzeitstellen in der Senats-Umweltverwaltung und eine Ingenieursstelle pro Bezirk. Finanziell sei das offizielle Desinteresse der Politik ein Desaster, heißt es bei dem Verband. So seien aufgrund von Personalmangel, fehlender Kofinanzierung oder aufgrund des langsamen Verwaltungshandelns 2014 von zwei Millionen Euro für die Unterhaltung von Radwegen rund 460 000 Euro nicht verbaut worden. Bei der „Verbesserung der Infrastruktur“ seien von vier Millionen Euro 1,9 Millionen nicht verbaut worden.

Verkehrssenator: „Das Geld wird für den Radverkehr ausgegeben“

Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) sagte im Abgeordnetenhaus dagegen, die 14 Millionen Euro, die 2015 zur Verbesserung der Radinfrastruktur zur Verfügung standen, seien erstmals auch tatsächlich ausgegeben worden. 2016 soll der Betrag auf 15,3 Millionen Euro anwachsen.

Maaßenstraße ist Begegnungszone

Lastenrad und Transporter auf der Maaßenstraße in Schöneberg

Die verkehrsberuhigte Maaßenstraße in Schöneberg                                   Link

In der Maaßenstraße hat der Senat jetzt Berlins erste „Begegnungszone“ geschaffen. Das klingt so, als hätten Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger (auch Motorradfahrer) zuvor zu wenig Gelegenheit gehabt, sich zu begegnen. Sie tun das eigentlich jeden Tag, allerdings meist eher im aggressiven Konkurrenzkampf. In der Maaßenstraße soll die Begegnung nun friedlich und entspannt verlaufen. In der belebten, von Cafés und Restaurants gesäumten Straße wurden auf 200 Metern Länge die Parkplatzzonen aufgelöst, die schmalen Radwege auf dem Bürgersteig sind verschwunden, die breiter gewordene Straße hat nun breitere Radwege und eine Fahrspur in jeder Richtung, eine Mittelinsel, Bänke und befahrbare Pflasterflächen. Es gilt Tempo 20. Ob nun die große Verbrüderung unter den verschiedenen Verkehrsteilnehmern einsetzt? Abwarten. Wohl eher nicht. Was Radler aber freut: Sie haben mehr Platz als vorher. Und das ist ja nicht wenig.

Kreisfahrt des ADFC am 19. September

Es ist keine „Critical Mass“, soll der spontanen Demonstration für den Fahrradverkehr aber etwas ähneln: die Kreisfahrt des ADFC am 19. September 2015. Unter dem Motto „Flexibel ans Ziel – mit Fahrrad, zu Fuß, mit Bahn & Bus“ will der Verband für die „Anerkennung des umwelt- und klimafreundlichen Fahrrades als gleichwertiges Verkehrsmittel“ demonstrieren. Bei der europaweiten Aktion soll die Verbindung umweltfreundlicher Verkehrsmittel im Focus stehen. Nach wie vor sind laut ADFC die Möglichkeiten zur Fahrradmitnahme im ÖPNV zum Teil beschränkt.

Kreisfahrt startet am Potsdamer Platz

Die Kreisfahrt am 19. September startet um 14 Uhr am Potsdamer Platz/Ecke Stresemannstraße (historische Uhr). Ziel ist das Brandenburger Tor, das um 17 Uhr erreicht wird. Die Strecke ist 35 Kilometer lang und führt um das Zentrum Berlins herum. Skater können leider nicht mitfahren. Die Treffpunkte sind wie folgt:

  • 14 Uhr Potsdamer Platz
  • 14.15 U-Bhf. Hallesches Tor
  • 14.25 U-bhf. Kottbusser Tor
  • 14.40 U-Bhf. Warschauer Str.
  • 14.45 U-Bhf. Frankfurter Tor
  • 14.55 U-Bhf. Landsberger Allee
  • 15.10 U-Bhf. Prenzlauer Allee
  • 15.30 U-Bhf. Bornholmer Str.
  • 15.40 U-Bhf. Osloer Straße
  • 15.50 U-Bhf. Seestaße.
  • 16.15 U-Bhf. Turmstraße
  • 16.25 U-Bhf. Ernst-Reuter-Platz
  • 16.35 U-Bhf. Kurfürstendamm
  • 17 Uhr Brandenburger Tor