Radfahren auf dem Flughafen BER

Eine attraktive Nutzung des Flughafen-Modells BER probieren dessen Betreiber seit Mai aus: Radfahren auf dem Flughafengelände. Eine „abwechslungsreiche Tour mit dem eigenen Rad über den neuen Flughafen“ bietet die Flughafengesellschaft an, vom Info Tower durch die Airpor City zur Service Area South geht die Tour. Man könne dort „zahlreiche Betriebgebäude“ inspizieren, heißt es (in welchem Zustand?), man radelt übers Vorfeld, vorbei am Turm der Flugsicherung, und quasi als Höhepunkt, könne man einen Teil der südlichen Start- und Landebahn „erfahren“ – vielleicht zum Abheben?

Ungewohnt ökologischer Ansatz

Es scheint, als komme nun die eigentliche Nutzungsabsicht für den BER zum Vorschein: Er ist eine ökologische Muster-Anlage. Spötter vermuten ja schon lange, dass hier gar kein Flughafen entstehen soll, dass hier nur zum Schein gebaut werde, um der Politik ein Betätigungsfeld zu geben, dass in Wahrheit eine Exerzierwiese für das Management-Seminar „Erfolgsvermeidung durch Kompetenzwirrwarr“ entstanden ist. Nun aber die Enthüllung: Wir bekommen eine Ausflugsstadt vor der Stadt! Besichtigung von Investitionsruinen per Rad! Familienausflüge zur Entrauchungsanlage! Zeitfahren für Anfänger und Fortgeschrittene auf der Startbahn! Anfängerkurse auf dem Vorfeld! Wer hätte sich eine solch ökologische Nutzung des Großbauvorhabens ausmalen können? Niemand. Andere Metropolen werden uns darum beneiden. Und so wunderbare Radwege gibt es andernorts in Berlin auch nicht. Also: Nichts wie hin, zum neuen Radlerparadies BER.

Termine

  • Samstags und sonntags um 14 Uh.
  • Dauer: zwei Stunden
  • Preis 15 Euro inkl. eines Lunchpaketes, eigenes Rad erforderlich
  • Treffpunkt: Infotower
  • Mindestalter 14 Jahr
  • Kontakt: 030 / 60 91 777 70, http://www.berlin-airport.de

Von Zehlendorf zur Murellenschlucht am Olympiastadion

Gedenktafel für die Hingerichteten in der Murellenschlucht    Link

Gedenktafel für die Hingerichteten in der Murellenschlucht Link

Wer an einem Sonntag eine ruhige Radtour sucht, dem sei eine Tour von Zehlendorf-Mitte über den Hüttenweg und den Kronprinzessinnenweg zum Olympiastadion und zur Murellenschlucht empfohlen. Wichtig ist nur, dass man früh genug losfährt. Ich bin um neun Uhr in Zehlendorf gestartet und habe mich gewundert, dass es auf der Strecke so ruhig war, auch entlang der Avus. Es ist eine Tour, die man auch mit Kindern machen kann. Länge: ca 13 Kilometer.

Krinprinzessinnenweg

Frühmorgens herrscht auf dem Kronprinzessinnenweg wenig Betrieb

Man fährt entlang der Clayallee auf dem Radweg, biegt in den Hüttenweg ein und kann da, wo er in den Wald übergeht, wieder den Radweg benutzen. Man unterquert die Avus und fährt dann auf dem Kronprinzessinnenweg zur Siedlung Eichkamp. Über die Waldschulallee kommt man zur Heerstraße – dort kann man wieder auf einer ruhigen Parallelstraße zur Heerstraße fahren. An der Flatowallee geht es rechts ab Richtung Olympiastadion. Einen Besuch wert ist der Glockenturm. Man erreicht ihn über die Passenheimer Straße. Im Erdgeschoss informiert eine gute Ausstellung über die Instrumentalisierung der Olympischen Spiele 1936 durch die Nazis, vom Glockenturm (Aufzug) hat man eine schöne Aussicht über das Olympiastadion, das Maifeld und Berlin.

Die Murellenschlucht

Wer einen Abstecher zur Murellenschlucht machen möchte, fährt auf der Glockenturmstraße bis zur Eisporthalle weiter. Dort stellt man am besten das Fahrrad ab und geht gleich hinter der Eissporthalle rechts in den Wald. Man folgt dem Weg, der nach ca. 150 Meter in einen Pfad übergeht, geradeaus. Der Pfad senkt sich bald abwärts in die Schlucht. Nach kurzer Zeit sieht man am Hang gegenüber auch schon einen der ersten Gedenkspiegel, die hier zur Erinnerung an Unrechtstaten der Wehrmacht errichtet wurden. Zwischen August 1944 und April 1945 wurden in der Murellenschlucht über 200 Soldaten hingerichtet, weil sie angeblich Fahnenflüchtige oder Deserteure waren. Darunter war am 18. April 1945 auch ein 18-Jähriger, der erschossen wurde, weil er angeblich seinen Urlaub überzogen hatte. im Oktober 1998 hob der Deutsche Bundestag die damaligen Urteil des NS-Justiz auf.

Den Rückweg kann man auf der gleichen Strecke fahren oder man nimmt die S-Bahn am S-Bahnhof Olympiastadion (Flatowallee/Jesse-Owens-Allee).

 

FollowMe – Perfekte Verbindung mit dem Kinderrad

FollowMe an einem Kinderrad auf einer Fahrt nach Usedom    Link

FollowMe an einem Kinderrad auf einer Fahrt nach Usedom Link

Wenn die Tage wieder schöner werden, steht auch Familientouren auf dem Rad nichts im Wege. Die Frage ist allerdings manchmal: Wohin mit den Kleinen? Für den Kindersitz sind sie zu groß, und auf ihren kleinen Kinderräder oft eher ein Fortbewegungshindernis als eine -hilfe. Von der notwendigen Beaufsichtigung will erst gar nicht sprechen. Um Kinder auf eine kleine oder größere Tour mitzunehmen, gibt es verschiedene Anhänger-Verbindungen.  Das Schweizer Modell FollowMe ist mein heißer Tipp.

FollowMe ist praktisch, sicher und haltbar

Die stabile Rohrverbindung wird mit einer mitgelieferten Steckachse am größeren Fahrrad befestigt, eine zweite Verbindung wird am Unterrohr des Kinderrades befestigt. Die ist zugegebenermaßen etwas fummelig anzubringen, es gelingt aber auch minderbegabten Schraubern. Das Kinderrad wird dann in einen Bügel gehängt, der an der Befestigung des Unterrohres einrastet. Fertig. Die Konstruktion passt für Radgrößen von 12 bis 20 Zoll und bleibt dauerhaft am Zugrad. Mann kann sie einklappen, wenn sie nicht gebraucht wird, und mit einem Gummizug am Sitzrohr oder dem Gepäckträger befestigen. Der Wermutstrofen ist das Gewicht: das FollowMe wiegt vier Kilogramm.

Vorteil: Wackelfrei und abnehmbar

Der Vorteil der Konstruktion ist, dass sie fast völlig wackelfrei ist. Seitwärtsbewegungen vom Zugrad werden nicht wie bei Stangenkonstruktionen, die am Sitzrohr befestigt sind, an das Kinderrad weitergegeben. Es fährt sich sehr angenehm mit dem FollowMe. Zudem kann es abgenommen werden, wenn das Kind zum Beispiel auf freier Strecke alleine fahren will, ohne dass man dann eine störende Stange hinter sich herziehen muss: Man klappt das Follow am Zugrad einfach ein. Auch Gepäck auf dem Zugrad kann mitgeführt werden, keine Stange ist im Weg. Mittreten und bremsen können Kinder auf dem FollowMe auch. Ich habe allerdings auf einer Tour geachtet, dass das Kinderrad keine Rücktrittbremse, sondern Felgenbremsen hatte, die von Hand bedient wurden. Damit haben die Beine mehr Bewegungsfreiheit. Und dass die Kleine hinter mir ständig mit dem Fuß auf der Rücktrittbremse stehen würde, um die Fitness von Papa zu testen – das wollte ich dann doch nicht.

http://FollowMe

Eine Pilztour

Amelie und Martin fahren zum Pilze sammeln  Foto: Meunier

Amelie und Martin fahren zum Pilzesammeln                      Foto: Meunier

Kürbisse sind doch etwas zu groß, um sie mit dem Fahrrad nach Hause zu transportieren, das haben wir vergangenen Sonntag festgestellt. Bei Pilzen sieht das aber schon anders aus. Die kann man bequem in die Tasche oder den Rucksack packen. Eine Radtour zum Pilzesammeln kann man in diesen Herbsttagen eigentlich überall um Berlin herum unternehmen, der feuchte Waldboden ist voller Pilze. Wir haben auf den Straßen südlich von Berlin Dutzende von Pilzesammlern gesehen, je weiter man aus dem Umland rausfährt, desto weniger Konkurrenten sind unterwegs.

Semlin am Hohennauener See

Die hier vorgeschlagene Tour ist ein Rennrad-Ausflug für Familienväter, die nur schwer den familiären Banden entkommen können. Die Idee: Vater fährt mit dem Rad, die Familie mit dem Auto, auf dem Rückweg kommt das Rennrad aufs Auto-Dach. Am Zielort können alle Pilze sammeln. Die Strecke führt von Spandau nach Semlin am Hohennauener See. Man fährt nach Falkensee und über Brieselang auf der B 5 nach Nauen. Bis Nauen ist der Verkehr meist etwas lebhaft, dahinter wird es ruhiger. Von Nauen geht es Richtung Rathenow weiter. Unbedingt einen kurzen Abstecher Wert ist Ribbeck – die Familie von Ribbeck pflegt auf ihrem Gut die Erinnerung an Theodor Fontanes Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland…“ mit liebenswürdigem Engagement. In Stechow biegt man nach Ferchesar ab, dann geht es erst rechts, dann links und am See entlang Richtung Semlin. Am Golfressort: Kopf einziehen, hier wird mit Golfbällen scharf geschossen.

Das Pilzrevier Semlin

Wir sind keine Pilzkundigen, fanden aber mit Hilfe des Berliner Wochenend-Semliners Martin Keune die richtigen Stellen. Mit Tandem und Rad ging es auf einem schmalen Pfad direkt am See entlang, vorbei an weidenden Pferden und über schmale Holzbrücken. Zur Not geht das auch mit dem Rennrad. Scharf rechts führt der Weg in den Wald. Hier heißt es dann: Augen auf! Wir suchten Maronen und hofften auf Steinpilze, sahen aber erst einmal nichts. Pilzsammler Martin erklärte uns, dass Maronen aussehen wie Kastanien und einen gelblichen Stängel haben. Außerdem haben sie keine Lamellen, sondern Schwämme. Nach 20 Metern fanden wir den ersten Pilz. Hat man einen, hat man bald viele, und wirklich, schnell war das Körbchen voll. Es hätten leicht auch mehrere werden können. In einem Farnenhain sahen wir übrigens die giftigen Knollenblätterpilze. Die Steinplize waren aber wohl schon abgeerntet.

Oma Gisela und Amelie freuen sich über die Pilze  Foto: Meunier

Oma Gisela und Amelie freuen sich über die Pilze Foto: Meunier

Pause im Landgasthof

Nach dem Pilzesammeln kann man sich in Semlin in Guthan’s Gasthof an der Dorfstraße  oder in der Gaststätte Fischerhütte stärken. Beide bieten gediegene bürgerliche Küche. Wer es mondäner liebt, der kehrt im Golf-Ressort Semlin ein.

Länge: ca 60 km

Link zur Karte: http://goo.gl/maps/Y1mTf

Maronenrezept

Die Maronen nur mit dem Messer säubern, nicht waschen. Dann mit Butter, etwas Pfeffer und Salz anbraten, bis sie leicht braun und knusprig sind.

Gaststätten

Guthan’s Gasthof, Dorfstr. 5, 14712 Rathenow/OT. Semlin, Tel. 033 85 / 50 78 51, Di–Do 11–14.30 Uhr und 17–22 Uhr,  Fr, So, Feiertage 11–22Uhr

Fischerhütte Semlin,14712 Rathenow/OT. Semlin,  033 85 / 50 99 03, Mo-Fr 11–23 Uhr, Sa+So ab 8 Uhr

Fahrradtour zum Köthener See

Badestelle mit kleinem Steg am Köthener See

Badestelle mit kleinem Steg am Köthener See                                  Fotos: Link

„Papa, ich will mal mit dir zelten.“ Die Bitte unserer zehnjährigen Tochter klang mir seit Monaten in den Ohren, und jetzt, in den Ferien, war es Zeit, sie zu erfüllen, wenn ich mir nicht alle Sympathien verscherzen wollte. Wir packten unsere Räder mit Zelt und Iso-Matten, nahmen Kleider und Kocher mit, meine Frau brachte uns mit dem Auto in den Rand des Spreewaldes. Groß Köris sollte der Startpunkt der kleinen Tour sein. Die Jugendherberge am Köthener See hatte ich als erstes Ziel ausgewählt. Sie hat einen Campingplatz.

Circa 20 Kilometer lang ist diese Etappe. Sie ist flach, führt meist auf guten Asphaltwegen parallel zur Straße unter Bäumen entlang und war auch an einem ganz heißen Tag zu ertragen. In Halbe badeten wir an einem See, wir saßen unter Bäumen am Wegesrand und picknickten oder tranken Wasser, und wir freuten uns über die sehr geringe Verkehrsdichte. Fahrrad fahren ist im Spreewald auch mit Kindern eine weitgehend entspannte Sache.

Ein Bauernhaus, das als Verwaltungsgebäude und Gästehaus genutzt wird

Ein ehemaliges Bauernhaus, das als Verwaltungsgebäude und Gästehaus genutzt wird

„Papa, hier ist es schön“, sagte meine junge Begleiterin, als wir Köthen erreicht hatten. Ein 80-Einwohner-Dörfchen, abgeschieden und mit einem See und einem Campingplatz, wie wir ihn brauchten. Wir haben in der Jugendherberge gefrühstückt und in der kleinen Gaststätte nebenan gegessen, wir nutzten die überdachten Sitzbänke, wenn wir selbst kochten, wir schauten den Schwänen zu und bewunderten den Sternenhimmel, wir sahen einen Seeadler und Störche in ihrem Nest, wir haben gebadet und dabei die Zeit vergessen. Und nachts trommelte der Regen auf unser kleines Haus. 65 Kilometer südöstlich von Berlin liegt der Köthener See. Weiterfahren wollten wir nicht. Wer gibt schon gern ein kleines Paradies auf?

 

Der Campingplatz an der Jugendherberge am Köthener See Fotos: Link

Der Campingplatz an der Jugendherberge am Köthener See Fotos: Link

 

 

 

 

 

 

 

 

Zurück fuhren wir mit den Zug ab Halbe. Nach neunzig Minuten hatte uns das Großstadt-Gewusel wieder eingefangen. Vor dem Einschlafen ist uns aber seither, als hörten wir die Störche mit ihren Schnäbeln klappern und den Seeadler rufen.

Jugendherberge Köthener See
Dorfstr. 20
15 748 Märkisch-Buchholz
Tel. 033765 80 555
http://www.jh-koethener-see.de

Fahrradtour nach Köthen

Fahrradtour von Groß Köris nach Köthen

 

Dinos gucken in der Biosphäre Potsdam

Staunende Kinder in der Dinosaurier-Ausstellung Foto: Kraftstoff

Staunende Kinder in der Dinosaurier-Ausstellung Foto: Kraftstoff

Ob dieser Sommer wirklich noch ein Sommer wird, ist ja nicht so gewiss. Wenn man aber dennoch sommerliche Temperaturen erleben möchte, dann ist ein Besuch des Tropenhauses in der Biosphäre Potsdam gerade richtig. 28 Grad Celsius werden immerhin geboten – das muss die Natur erst einmal übertreffen. Wir starten unsere Familientour am S-Bahnhof Wannsee. Mit etwas Vorbereitung kann man sie zu einem Tagesausflug ausbauen. Die kürzere Variante (16 km) endet am Hauptbahnhof in Potsdam, die längere führt über Babelsberg und Klein Glienicke zurück an den Ausgangspunkt (28 km). Man kann Bälle oder ein Federballspiel mitnehmen und sich im Neuen Garten in Potsdam sportlich betätigen oder auch picknicken. Auf dem Rückweg kann man das Holländische Viertel besuchen und in dem schönen Biergarten des „Bürgershofs“ in Klein-Glienicke Rast machen.

Pfaueninsel und Wirtshaus Moorlake

Am S-Bahnhof Wannsee nehmen wir den Radweg an der Königstraße, fahren an der Schiffsanlegestelle am Wannsee vorbei und biegen nach circa einem Kilometer rechts in die Pfaueninselschaussee ein. Der asphaltierte Weg durch den Wald führt zunächst leicht bergauf. Zur Belohnung geht es wieder bergab, zum „Wirtshaus zur Pfaueninsel“ (Tel. 030 / 805 22 25, Mi–Mo 10–18 Uhr). Wer möchte, kann hier schon eine kleine Pause machen oder dem Fährbetrieb auf die Pfaueninsel zusehen.

Die Sacrower Heilandskirche

Die Sacrower Heilandskirche    Foto: Link

Der Radweg führt weiter am Wasser entlang, bald taucht die 1844 erbaute Sacrower Heilandskirche auf. Sie wurde in 90er-Jahren renoviert. Wie der Bug eines Schiffes ragt sie in Havel hinein – mitten durch sie hindurch verlief hier einst die Mauer. Seit 1990 gehört sie mit der Potsdamer Havellandschaft zum Weltkulturerbe der UNESCO. Vorbei am „Wirtshaus Moorlake“ mit seinem schönen Biergarten, das Preußens König Friedrich Wilhelm IV. 1840 in bayerischem Stil zu Ehren seiner Wittelsbacher Gemahlin Elisabeth errichten ließ, kommen wir zur „Agentenbrücke“, der Glienicker Brücke. Berühmt wurde sie durch Austauschaktionen im Kalten Krieg – etwa als am 12. Februar 1962 der über der UdSSR abgeschossene US-Pilot Francis G. Powers gegen den sowjetischen Top-Spion Rudolf Abel ausgetauscht wurde.

Neuer Garten und Schloss Cecilienhof

Kurz hinter der Brücke biegen wir rechts ab zum „Bugapark“. Am Jungfernsee entlang fahren wir durch den Neuen Garten. Hier können wir die mitgebrachten Spiele auspacken. Man sollte sich im Park an ausgeschilderten Weg halten, sonst drohen Verwarnungen mit Bußgeld. Bald kommen wir an der Rückseite des Cecililenhofes vorbei, dem letzten Schlossbau der Hohenzollern in Preußen und Ort der „Potsdamer Konferenz“ 1945. Am nördlichen Ausgang des Gartens befindet sich die 1791 von Carl Gotthard  Langhans erbaute Meierei.

Wir fahren über die Große Weinmeisterstraße zur Straße Am Pfingstberg und folgen weiter dem kleinen Wegweiser „Bugapark“. Auf der kurzen Kopftseinpflaster-Strecke bergauf steigen wir ab und schieben die Räder. Oben fahren wir geradeaus weiter (nicht nach links), zunächst etwas bergab und dann durch Kleingärten. Wir überqueren die Nedtlitzer Straße und haben die Esplanade vor uns, die uns zur Biosphäre führt.

Überlebensgroße Modelle von Dinosauriern sind in der Ausstellung zu sehen Foto: Kraftstoff

Überlebensgroße Modelle von Dinos Foto: Kraftstoff

Momentan ist die Show „Dinofieber! Als Saurierforscher auf Expedition“ der große Renner. Lebensgroße Modelle von Dinosauriern schauen in der Tropenwelt des Hauses hinter Gräsern hervor, furchterregend brüllen sie durch sie Dschungel und bewegen sich etwas. Das ist nichts für schwache Nerven! Zur Ausstellung gibt es auch aktuelle Mitmach-Angebote (Mo–Fr 9–18, Sa, So Feiertage 9–19 Uhr, Erw. 11,50 Euro, Kinder 4,50/7,80 Euro, http://www.biosphaere-potsdam.de). Der Rundgang mit vielen Stationen, an denen man selbst Beobachtungen anstellen kann, ist gerade für Kinder ein Erlebnis. Gut eine Stunde sollte man dafür einplanen.

Der Rückweg führt uns über die Georg-Hermann-Allee und die Straße An der russischen Kolonie ins Potsdamer Zentrum. Hier können wir uns Cafés oder Restaurants aussuchen, einen Abstecher durchs Holländerviertel machen oder einfach zum Hauptbahnhof weiterfahren und die S-Bahn zurück nach Wannsee nehmen. Wer noch 12 Kilometer dranhägen möchte, fährt links vor dem Bahnhof auf der Friedrich-List-Straße und Alt Nowawes nach Babelsberg. Die Allee nach Glienicke führt auf der Rückseite des Parks von Babelsberg vorbei. Man folgt ihr immer weiter, bis sie sich in einem S-Bogen zum Teltowkanal hin windet. Hinter der Brücke biegen wir nach links ab und fahren zum „Bürgershof“. Der Biergarten lädt zu einer Rast ein, für kleine Kinder gibt es eine große Spielfläche (Mo–Fr ab 12 Uhr, Sa, So, feiertags ab 11 Uhr, http://www.buergershof.de/bier.html).

Der Rückweg wird anfangs etwas unbequem, denn man muss über Kopfsteinpflaster fahren, und das auch noch bergauf. Über die Waldmüllerstraße, die Wannseestraße und Am Böttcherberg nähern wir uns dem Wald. Wer nach Wannsee hineinrollen will, fährt vor bis auf die Königstraße, muss aber meist viel Verkehr in Kauf nehmen. Ruhiger geht es zu, wenn wir über den Roedenbecksteig fahren. Wir fahren am Golf- und Landclub vorbei und gelangen über die Schäferstraße und die Chausseestraße zur Königstraße. Nun ist es nicht mehr weit bis zum S-Bahnhof Wannsee.

Länge: bis Hbf. Potsdam 16 km

Ganze Strecke 28 km

Tour zur Biosphäre nach Potsdam

Tour zur Biosphäre nach Potsdam

Fahrradtour zum Teltowkanal und Buschgraben

Blick auf den Teltowkanal an der Knesebeckbrücke Foto: Link

Blick auf den Teltowkanal an der Knesebeckbrücke                                      Foto: Link

Heute empfehlen wir eine Radtour, die man gut mit Kindern unternehmen kann. Sie führt vom S-Bahnhof Zehlendorf zum Teltowkanal und durch das einstige Grenzgebiet am Buschgraben wieder zum Ausgangspunkt. Unterwegs kann man Pferde beobachten, man kommt an einem Spielplatz vorbei und kann Schafen und Ziegen zusehen. Am Ende der Tour liegt ein Grillplatzi – es schadet also nicht, Würstchen, Brötchen und Grillkohle einzupacken.

Wir starten am S-Bahnhof Zehlendorf und fahren den Teltower Damm auf dem Radweg entlang. Bald taucht links die John-F.-Kennedy-Schule auf. Die zweisprachige Schule wurde 1960 gegründet, sie hat einen Grundschulzweig und eine Oberschule. Man kann hier sowohl das Abitur als auch einen amerikanischen High-School-Abschluss erwerben. An das Schulgelände schließt sich südlich der Leo-Baeck-Straße der Heinrich-Laehr-Park an, ein grünes Zehlendorfer Kleinod.  Der Park wurde 1906 von dem Nervenheilarzt Bernhard Heinrich Laehr auf dem Gelände der damaligen Nervenheilanstalt „Schweizer Hof“ gegründet. Wer lieber hier fahren möchte, wechselt die Straßenseite und nimmt den Weg durch den Park. Am Ende der Parks kehrt man über die Straße Am Rehwechsel auf den Teltower Damm zurück.

Enten in der Morgensonne Foto: Link

Enten in der Morgensonne               Foto: Link

Wir fahren über die Kreuzung Teltower Damm/Beeskowdamm und biegen kurz vor der Knesebeckbrücke über den Teltowkanal nach rechts auf einen asphaltieren Weg ein. Er führt direkt am Kanal entlang. Man kann hier gut Lastschiffe beobachten, muss aber auch auf Skater und Fußgänger achten, die am Kanal entlang spazieren gehen. Rechts stehen meist Pferde auf einer Koppel. Nach geraumer Zeit zweigt der Weg nach rechts zu einer kleinen Anhöhe ab. Er führt auf das Gelände der Firma Kloft. Hier folgt man der Ausschilderung „Berliner Mauerweg“, der auf der Rückseite des Geländes herumführt. Zunächst ist der Weg noch asphaltiert, später wird er zu einem Erdweg und schmalen Pfad. Wir sind nun im Buschgraben, einer feuchten Grünfläche zwischen Berlin und Brandenburg. Die Landesgrenze läuft mitten hindurch, hier war früher das Grenzgebiet zwischen der DDR und West-Berlin. Darauf deuten aber keine Anzeichen mehr hin. Bald kommen wir an der Rückseite des Freilandlabors Zehlendorf vorbei. Es existiert seit 1984 und ist mit viere Hektar Fläche das größte Freilandlabor Berlins. Schwerpunkt der Naturbeobachtung sind Frösche, Molche, Reptilien und Amphibien, eine spezielle Schafsrasse, die „Skudden“, hält das Gras kurz. Es ist das kleinste deutsche Schaf, stammt ursprünglich aus dem Baltikum und ist besonders anspruchslos. Das Freilandlabor kann man auch besuchen, es bietet Führungen an (Tel.  030 / 81 83 612).

Von hier aus geht es etwas holprig weiter. Wir folgen dem Wegweiser „Buschgrabensee“. Auf mancher Wiese picknicken Spaziergänger. Bald stoßen wir auf die Machnower Straße, an der Kreuzung mit dem Buschgrabenweg befindet sich der eingangs erwähnte öffentliche Grillplatz. Hier können wir unseren mitgebrachten Proviant verzehren. Über die Ludwigsfelder Straße kommen wir zurück zum Ausgangspunkt. Und wer sich nun keine Würstchen mitgenommen hat, der sollte das Café „Alte Backstube“ am Sredotplatz zwischen Königstraße und Potsdamer Straße besuchen. Das Eis ist wirklich empfehlenswert.

Länge: ca 10 km

Zum Machnower Busch und zurück nach Zehlendorf

Zum Machnower Busch und zurück nach Zehlendorf

 

Zur Glienicker Brücke

 

Dieser Familienausflug führt an der Havel entlang zur Glienicker Brücke. Man startet am S-Bahnhof Wannsee, fährt an der Schiffsanlegestelle vorbei und biegt in die Königstraße ein. Vom Radweg aus hat man einen schönen Blick auf den Yachthafen und den Wannsee. Leicht bergauf radeln wir durch den Ortsteil Wannsee bis zur Pfaueninselchaussee. Hier biegen wir rechts ab und sind bald im Wald. Die Straße wird auch von der BVG benutzt, ist ansonsten aber für Autos gesperrt. Man braucht zunächst etwas Muskelkraft, da es bergauf geht.

Fähre zur Pfaueninsel

Nach einer Weile hat man den kleinen Höhenzug erreicht und kann die Mühe des Anstiegs vergessen – es geht bergab. So schnell, dass man gute Bremsen braucht. Aber wo in Berlin hat man schon sonst das Gefühl, einen „Pass“ hinunter zu sausen? Wir genießen es jedenfalls und rollen geradeaus weiter, bis wir an die Fähre zur Pfaueninsel kommen. Die Stelle ist ein romantischer Ort. Links liegt das Gasthaus „Zur Pfaueninsel“ mit seinem schönen großen Biergarten (geöffnet tgl. außer dienstags ab 10 Uhr, Tel. 805 22 25, www.pfaueninsel.de), vor uns fährt die Fähre zwischen Pfaueninsel und Berliner Festland hin und her. Wer übersetzt, kann sich die alten Gebäude der Meierei, das Schlösschen und natürlich Pfauen ansehen, die auf dem ehemaligen königlichen Landsitz herumlaufen (Fähre Mai–Aug. 8–21 Uhr, April+Sept. 9–19 Uhr, drei Euro).

Die Sacrower Heilandskirche

Am Ufer der Havel fahren wir auf einem gut asphaltierten Weg weiter. Von hier aus hat man  einen schönen Blick aufs Wasser. Bald taucht am gegenüberliegenden Ufer die Sacrower Heilandskirche auf.

Ein Boot vor der Heilandskirche Foto: dpa/Engelhardt

Ein Boot vor der Heilandskirche              Foto: dpa

Zu Mauerzeiten stand sie mitten im Grenzgebiet der DDR, der Turm war Bestandteil der Grenzmauer, die Kirche war verwüstet worden und verfiel zusehends. Eine erste Sanierung fand in den 80er-Jahren mit westlicher Hilfe statt, Mitte der 90er-Jahre wurde die Kirche grundlegend restauriert, 2009 erhielt sie eine neue Orgel. Wie die umliegende Potsdamer Havellandschaft gehört sie heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Man muss auf dem Weg etwas aufpassen, denn man teilt ihn sich mit Fußgängern und anderen Radfahrern. Bald erreicht man das Wirtshaus Moorlake. König Friedrich Wilhelm IV. ließ es 1840 für seine Gemahlin Elisabeth von Bayern errichten. Der alpenländische Baustil sollte an ihre Heimat erinnern. Die idyllische Lage in einer Havelbucht lädt zu einer Pause ein, die man in dem großen Gartenbereich des Gasthauses verbringen kann (tgl. ab 11 Uhr, www.moorlake.de).

Die Fahrt geht am Havelufer weiter, bis man an die Glienicker Brücke kommt, die berühmte „Agentenbrücke“ aus der Zeit des Kalten Krieges und der deutschen Teilung. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite nehmen wir den Radweg zurück nach Wannsee. Wem die Fahrt parallel zur Straße unangenehm ist, der kann auch nach Potsdam hineinfahren und dort vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn nach Berlin zurückfahren. Die Strecke nach Potsdam ist mit fünf Kilometern einen Kilometer kürzer als die zurück nach Wannsee.

Länge: ca. 12

Tour um das Olympiastadion

Olympiastadion Berlin innen

Blick in das Olympiastadion beim Leichtathletik-Event ISTAF                              Foto: Link

Das Olympiastadion ist auch dann interessant, wenn Hertha dort nicht spielt – nämlich als Ausflugsziel einer Familientour mit dem Fahrrad. Man fährt meist über stille Nebenstraßen (bis auf die Havelchaussee), kann ein Picknick machen, auf Wiesen spielen, und man lernt  einiges über die Vergangenheit des Geländes.

Wir starten am U-Bahnhof Olympiastadion, einer Haltstelle der U 2 nach Ruhleben. Die Station wurde 1913 eröffnet, einen regelmäßigen Betrieb gab es aber erst ab 1922. Der U-Bahnhof war unter dem Namen „Reichssportfeld“ ein wesentlicher Zubringer zur Olympiade 1936. Seit Juni 1950 heißt die Station wieder Olympiastadion. Vom U-Bahnhof führt ein Tunnel zum Olympiastadion. Wir gehen aber in Richtung Rominter Allee und fahren über das Kopfsteinpflaster erst einmal ein Stück bergab. Wenn man Glück hat, sieht man die Profis von Hertha BSC beim Waldlauf links hinter den Bäumen verschwinden.

Landschaftsschutzgebiet Fließwiese

Der kleine Murellenteich, der bald links von uns liegt, ist so hübsch gelegen, dass er zu einem kurzen Stopp einlädt. Er gehört zum Landschaftsschutzgebiet Fließwiese. Das knapp 12 Hektar große Areal war einst ein Moor. Es steht seit 1959 wegen seltener Wasserpflanzen und Amphibien, darunter dem Kammmolch, unter Schutz. Wir fahren weiter Richtung Krematorium Ruhleben. Zwischen Wohnhäusern und Kleingärten ist der Weg noch asphaltiert, später wird er zu einem Weg aus Betonplatten. Er ist aber gut befahrbar. Vor dem Krematorium Ruhleben wenden wir uns nach rechts Richtung Charlottenburger Chaussee. Wir fahren auf dem Radweg und biegen in die Teltower Straße ein. Auf der rechten Seite befindet sich ein großer Spielplatz. Er lädt zu einem Picknick ein, gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Wehrmacht-Hinrichtungsstätte Murellenschlucht

Ab hier muss man allerdings ein gutes Stück auf der Straße, der Havelchaussee, fahren. Der Verkehr hält sich aber meist in Grenzen. Links von der Straße liegt die Murellenschlucht. Hier wurden kurz vor Kriegsende 1945 noch 232 Wehrmachtsangehörige wegen angeblicher „Wehrkraftzersetzung“ erschossen. Ein „Denkzeichenweg“ im Wald mit 104 Spiegeln erinnert an die Opfer. Zur Straße hin ist das Areal aber mit einem Zaun verschlossen. Der Zugang befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite vom Murellenweg oder der Angerburger Allee. In sie biegt man nun ein.

Zum Glockenturm am Olympiastadion

Hier muss man etwas bergauf strampeln. An der Glockenturmstraße geht es nach links zu dem Sportareal um das Olympiastadion. Rechts sieht man bald den Olympiastützpunkt mit dem Horst-Korber-Sportzentrum und der Rudolf-Harbig-Halle. Das Zentrum wurde 1987-90 errichtet und nach dem ehemaligen Präsidenten des Landessportbundes Berlin, Horst Korber, benannt. Es ist Landesleistungszentrum für Handball, Hockey, Volleyball und Leichtathletik. Auch ein Sporthotel mit 34 Einzelzimmern gehört dazu.

Vor uns steht nun schon der 76 Meter hoher Glockenturm des Olympiastadions. Man sollte sich unbedingt die Ausstellung über die Geschichte des Olympiastadions im Erdgeschoss und im ersten Stock ansehen. Sie zeigt nicht nur die die bauliche Entwicklung des Geländes, sondern auch, wie der Sport von den NS-Machthabern für ihre Zwecke instrumentalisiert wurde. Diesen Zusammenhang zeigt auch die Ausstellung zur Langemarckhalle im ersten Stock. Mit einem Fahrstuhl kann man anschließend ganz nach oben auf den Turm fahren, wo die Glocke hängt, die bei den Olympischen Spielen 1936 erklang. Bei gutem Wetter ist die Aussicht auf das Maifeld, das Olympiastadion und Berlin sehr schön.

Die Straßen um das Olympiastadion herum sind großzügig, der Verkehr gering, wenn nicht gerade Hertha BSC spielt. Auf der Passenheimer Straße fahren wir weiter. An der Kreuzung mit der Jesse-Owens-Allee kann man einen Blick in das hübsche und aus heutiger Sicht recht kleine Reiterstadion von 1936 werfen. Über die Jesse-Owens-Allee, die nach dem vierfachen Olympiasieger von 1936, Jesse-Owens (100 m, 200 m, Weitsprung, 4 x 100 m-Staffel), benannt ist,  und die Trakehner Allee geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Wer sich übrigens für das Olympiastadion näher interessiert: Auf www.olympiastadion-berlin.de  kann man sich für Führungen anmelden.

Länge: ca. acht km

Olympiastadion-2

Mauertour

Checkpoint Charlie

Obligatorischer Bestandteil der Mauertour: der Checkpoint Charlie                 Foto: Link

Wenn man eine Tour entlang der einstigen Mauer in Berlin machen möchte, muss man schon genau hinsehen: Es gibt nur noch wenige Stellen, die ihren Verlauf markieren. In Kreuzberg, von der Niederkirchnerstraße und der Zimmerstraße bis hin zur Waldemarstraße, sieht man zum Beispiel einen Doppelstreifen aus Pflastersteinen. Er markiert den Verlauf der Mauer, die vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 Berlin teilte.

Gedenkstätte Berliner Mauer

Die beste Dokumentation über die schreckliche Monstrosität und Absurdität der einstigen Sperranlage zwischen Ost und West bietet die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße (www.berliner-mauer-gedenkstaette.de).  Sie ist zentraler Erinnerungsort an die Teilung Berlins, hier lässt sich ansatzweise auch heute noch die Breite des Todesstreifens erahnen. Das Dokumentationszentrum bietet einen historischen Überblick mit Schautafeln und Videos. Hier beginnt unsere Tour. Wir fahren die Bernauer Straße entlang, biegen in die Gartenstraße rechts ein und gelangen über Liesen- und Boysenstraße zur Scharnhorststraße. Hier befindet sich das Bundeswehrkrankenhaus. Die Boysenstraße erinnert an den Hitler-Gegner Harro Schulze-Boysen (1909-1942), der Mitglied der Widerstandsgruppierung „Rote Kapelle“ war.

Invalidenfriedhof

Über die Kieler Straße kommt man zum Invalidenfriedhof. 1748 ließ Friedrich II. hier ein Invalidenhaus für die verwundeten Soldaten seiner Armeen errichten. Auf dem Friedhof wurden vor allem preußische Offiziere begraben, was man heute noch an den Grabsteinen ablesen kann. Ab 1961 verlief die Mauer durch den Friedhof, viele Gräber wurden abgetragen, Anlagen zerfielen. Rund 200 Grabmale sind heute noch erhalten, das beeindruckendste darunter ist das des Generals Gerhard von Scharnhorst (1755–1813). Auf einem gut 5,60 Meter hohen Tor ruht ein schlafender Löwe. Wir wenden uns Richtung Hauptbahnhof und fahren auf dem Alexanderufer, Kapelleufer und die Reinhardstraße zum Reichstag (www.bundestag.de/kulturundgeschichte/architektur/reichstag).  Direkt am Spreeufer, zwischen Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, erinnern sieben weiße Kreuze, die auf beiden Seiten Namen von Maueropfern tragen, an Menschen, die bei Fluchtversuchen an der einstigen Grenze durch Berlin erschossen wurden.

Vorbei am Brandenburger Tor gelangen wir zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit seinen 2711 Stelen. Über den Potsdamer Platz, die Stresemannstraße, die Niederkirchner und die Zimmerstraße gelangen wir zum Checkpoint Charlie. An der Niederkirchner Straße ist noch ein Teil der Mauer erhalten, dahinter verbirgt sich die Erinnerungslandschaft „Topografie des Terrors“. Hier befanden sich in der Zeit des Nationalsozialismus die Zentralen von SS, Gestapo-Zentrale und des Reichssicherheitshauptamtes.

Checkpoint Charlie

Das internationale Sprachengewirr deutet an, dass der ehemalige Checkpoint Charlie als mythenbeladene Nahtstelle zwischen Ost und West viele Touristen anzieht – auch wenn die bescheidenen Erinnerungsstücke an die einstige Grenze zwischen den Machtblöcken die frühere Bedeutung des Ortes nicht adäquat widerspiegeln. Hier kann man das kleine private Mauermuseum besuchen oder die Panorama-Schau von Yadegar Asisi zum geteilten Berlin (tgl. 10–20 Uhr, 10 Euro). Die Doppelreihe des  Kopfsteinpflasters verläuft weiter in der Zimmerstraße. Sie führt an der Rückseite des Axel-Springer-Verlagshauses vorbei. Eine Stele erinnert an Peter Fechter, der am 17. August 1962 hier auf der Ostseite der Mauer nach Schüssen von DDR-Grenzern verblutetet.  Über Kommandantestraße, Stallschreiberstraße, Waldemarstraße und Leuschnerstraße gelangt man zum Engelbecken. Der Grünzug gehörte zum  Luisenstädtischen Kanal, der bis 1926 die Spree mit dem Landwehrkanal verband. Vorbei an der katholische St.-Michaelskirche kommt man über den Bethaniendamm und die Schillingbrücke an die Mühlenstraße und zur East-Side-Gallery, Berlins bekanntestem Mauer-Relikt. Die rund 1,3 Kilometer lange Hinterlandmauer – Grenze war hier die Spree – bemalten Künstler nach dem Mauerfall 1990. Jüngst geriet sie wieder in die Schlagzeilen, weil wegen eines Neubaus Mauerteile umgesetzt wurden. An der Oberbaumbrücke, die während der Teilung Berlins ein Fußgängerübergang war, endet unsere Tour.

Länge: ca. 13 km

Einmal durch Berlin: die Mauertour

Einmal durch Berlin: die Mauertour